Leo habe Bilderverbot auf Vatikanseiten angeordnet

Bei Papstreise: Keine Veranstaltungen in Pariser Rupnik-Kapelle

Fassade der Rosenkranz-Basilika mit Mosaiken des Theologen und Künstlers Marko Rupnik
Bild: KNA/Joachim Heinz

In der mit Mosaiken des mutmaßlichen Missbrauchstäters Marko Rupnik geschmückten Kapelle der Pariser Nuntiatur wird es während der Apostolischen Reise von Papst Leo XIV. keine Veranstaltungen geben. Das bestätigte die Nuntiatur dem US-amerikanischen Portal "OSV News" am Montag. Seit einigen Wochen gibt es erneut Diskussionen um den Umgang mit den Werken des ehemaligen Jesuiten Rupnik, dem mehrere Ordensfrauen Missbrauch vorwerfen. Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, hatte bereits erklärt, dass während des Papst-Besuchs alle Rupnik-Mosaiken an der Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (Foto oben) verhüllt werden. Dies solle auch nach der Apostolischen Reise so bleiben.

Dem nun veröffentlichten Bericht zufolge kann Bischof Micas sich bei seinem Umgang mit den Rupnik-Werken auch auf die Unterstützung von Papst Leo XIV. berufen. Wie er in einem Interview mit "Paris Match" erklärte, habe der Papst im Juni 2025 bei einer Privataudienz "sehr deutlich" zum Ausdruck gebracht, die Angelegenheit bezüglich der Rupnik-Kunstwerke klären zu wollen. Leo habe ihn sofort gefragt, wie man in Lourdes mit den Rupnik-Kunstwerken umgehe und habe seine Unterstützung für "die Art und Weise, wie wir vorgegangen sind" zugesichert.

Der Papst habe ihn darauf hingewiesen, dass er seinerseits die Kommunikationsabteilung des Heiligen Stuhls angewiesen habe, Rupniks Mosaike nicht mehr zur Illustration von Veröffentlichungen zu verwenden. "Er ist in dieser Frage sehr entschlossen", so Micas.

Marko Rupnik in der von ihm gegründeten Mosaikwerkstatt
Bild: © picture alliance / abaca | Vandeville Eric/ABACA (Symbolbild)

Seit Jahren werden dem ehemaligen Jesuiten Marko Rupnik verschiedene Formen des Missbrauchs vorgeworfen. Im Zuge der Papstreise nach Frankreich wird wieder über den Umgang mit seinen Kunstwerken diskutiert.

Der slowenische Künstler und ehemalige Jesuit Rupnik hat zahlreiche Mosaiken in mehreren Wallfahrtsorten gefertigt, darunter auch in Lourdes. Rupnik werden seit Jahren verschiedene Formen des Missbrauchs vorgeworfen. So soll er eine Frau der von ihm gegründeten Loyola-Kommunität zum Geschlechtsverkehr gedrängt und sie später in der Beichte selbst vom Verstoß gegen das Keuschheitsgelübde losgesprochen haben. Die aus diesem Grund festgestellte Exkommunikation Rupniks wurde allerdings kurz darauf vom Glaubensdikasterium aufgehoben. Mitte Juni 2023 wurde er aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen, nachdem er Auflagen gegen ihn offenbar ignoriert hatte. Nach seiner Entlassung aus dem Orden wurde Rupnik in das slowenische Bistum Koper aufgenommen, aus dem er stammt.

Seit Oktober 2023 führt das Glaubensdikasterium ein Verfahren gegen Rupnik. Im Juli dementierte der Vatikan Gerüchte über einen angeblichen Freispruch Rupniks als "absolut unbegründet". "Die Prüfung des Falls ist noch im Gange, und das Kollegium prüft derzeit die Unterlagen, die von den betroffenen Diözesen, den Jesuiten, den Beteiligten sowie aus der Presse stammen", so der Vatikan. Im November vergangenen Jahres hatte sich auch Papst Leo XIV. öffentlich zu dem Fall geäußert und betont, dass der Prozess Zeit brauche. "Ich weiß, dass es schwierig ist, von den Opfern Geduld zu verlangen, aber die Kirche muss die Rechte aller Menschen respektieren."

Der Papst reist im September nach Frankreich und besucht dabei auch den Wallfahrtsort Lourdes. Am 27. September wird er dort unter anderem mit den Bischöfen der Französischen Bischofskonferenz zusammentreffen, die Sonntagsmesse und abends eine traditionelle Lichterprozession mit Rosenkranzgebet im Heiligtum feiern. Kürzlich wurde bekannt, dass Bischof Micas in einem auf den 13. August datierten Schreiben Mitgliedern der Piusbruderschaft Messfeiern, das Spenden der Sakramente und öffentliche Gebete in Lourdes untersagt und eine entsprechende Genehmigung zurückgenommen hatte. (cbr)