Eine Studiengruppe der Weltsynode hat eine "Beziehungsumkehr" im Verhältnis zwischen Bischöfen, Orden und kirchlichen Gemeinschaften gefordert. "Beziehungsumkehr ist nicht bloß ein Schlagwort, sondern eine konkrete Verpflichtung zur inneren Wandlung (Herzen und Haltungen) und zur strukturellen Wandlung (Sprachen, Methoden, Begegnungsräume), damit das Volk Gottes wahrhaftig als eine einzige gemeinschaftliche und historische Einheit der Synodalität und Mission leben kann", heißt es in einer am Dienstag vom vatikanischen Synodensekretariat veröffentlichten Zusammenfassung des Abschlussberichts der Studiengruppe 6. Diese ist eine von zehn Studiengruppen, die noch von Papst Franziskus (2013–2025) eingerichtet wurden. Sie sollen strittige Themen bearbeiten, die im Zusammenhang mit der Weltsynode aufgekommen sind, jedoch nicht bei den beiden Sitzungsperioden im Oktober 2023 und im Oktober 2024 im Vatikan behandelt werden sollten.
Die Studiengruppe schlägt in dem kirchenrechtlich nicht bindenden Dokument vor, neue theologische und rechtliche Kriterien für die Anerkennung neuer Institute geweihten Lebens oder kirchlicher Gemeinschaften auszuarbeiten. Zudem soll jede Diözese einen Beauftragten oder einen bischöflichen Vikar für das geweihte Leben ernennen. Der Bischof soll darüber hinaus jährlich zu Gesprächen mit den Ordensleuten, den Mitgliedern geistlicher Gemeinschaften und den Ordensobern-Konferenzen zusammenkommen. Diese Gespräche sollen unter Anwendung der Methode des Gesprächs im Geist stattfinden, die bei zahlreichen Versammlungen im Rahmen der Weltsynode eingeführt wurde. Darüber hinaus spricht die Studiengruppe sich für verbindliche Vereinbarungen zwischen Bistümern und religiösen Instituten zu deren Auftrag, Ausbildung, Gleichstellung der Geschlechter, Vermögensverwaltung, Schlichtungsgremien und Möglichkeiten der Rechenschaftspflicht aus.
Brüderlichkeit stärken
Auf der Ebene von Bischofskonferenzen und Ordensobernkonferenzen fordert das Dokument die gemeinsame Vorbereitung der Ad-limina-Besuche, gemeinsame Exerzitien oder Jubiläen, um die Brüderlichkeit zu stärken sowie jährliche Treffen der jeweiligen Generalsekretariate. In der Ausbildung von Priesteramtskandidaten und Novizen soll es zudem gemeinsame Module zu Synodalität, Ekklesiologie und Leitungsaufgaben geben. Innerhalb der Ortskirchen sollen die Bewegungen und geistlichen Gemeinschaften in die diözesanen Pastoralpläne und die synodalen Gremien im Bistum eingebunden werden.
Ebenfalls am Dienstag hat die Studiengruppe 7 einen weiteren Abschlussbericht vorgelegt. Darin fordert sie Reformen bei den kirchenrechtlich vorgesehenen regelmäßigen Ad-limina-Besuchen der Bischöfe in Rom. (cbr)