Nach Papst-Audienz in Castel Gandolfo

Weihbischof Pottackal: Papst Leo XIV. an Deutschland interessiert

Weihbischof Joshy Pottackal und Bischof Peter Kohlgraf sprechen mit Papst Leo XIV.
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Laut dem Mainzer Weihbischof Joshy Pottackal ist Papst Leo XIV. sehr an der Situation der Kirche in Deutschland interessiert. "Der Papst ist einer, der wirklich zuhört. Der war informiert über uns, auch über Deutschland", sagte Pottackal in einem Interview mit "Vatican News" (Donnerstag). "Er hat auch immer wieder nachgefragt, das eine oder andere Mal, er war sehr interessiert zu hören, wie es uns geht, was die Themen sind, wie wir das sehen." Leo XIV. hatte Pottackal und den Mainzer Diözesanbischof Peter Kohlgraf am 31. August in Castel Gandolfo in Privataudienz empfangen. Das Gespräch dauerte laut Pottackal eine Stunde.

Er habe das Kirchenoberhaupt als jemanden wahrgenommen, "der sehr konzentriert zuhört, aber auch als jemanden, der interessiert ist an den Themen und einige, auch ermutigende, Worte hat", so der Weihbischof. "Ich bin sehr positiv rausgekommen aus diesem Gespräch, dieser Audienz."

Keine Zurechtweisung bei "Baby-Bischofs-Kurs"

Im Interview sprach Pottackal auch über den kürzlich beendeten Einführungskurs für neue Bischöfe in Rom. "Ich habe, bevor ich nach Rom geflogen bin, gesagt: 'Ja, jetzt werde ich sehen oder hören, was ich falsch mache.' So ist das nicht." In dem Kurs werde niemand einfach zurechtgewiesen. "Es geht darum: Was ist ein Bischof? Wie agiert ein Bischof?", erklärte der Mainzer Weihbischof. Es sei darum gegangen, wie ein Bischof als Hirte agieren könne. "Und so gesehen ist es halt anders, als ich es vorher gedacht habe, und das freut mich auch sehr." Neben Pottackal nahmen aus dem deutschsprachigen Bereich auch der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, der Hildesheimer Diözsanadministrator und Weihbischof Martin Marahrens sowie der ernannte Hamburger Weihbischof Johannes Zehe teil.

Zu seiner Ernennung zum Weihbischof sagte Pottackal, dass heute über 25 Prozent der katholischen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund hätten. Dies gelte auch für Priester und Ordensleute. "Und daher ist man in Deutschland sehr froh, habe ich so wahrnehmen dürfen, dass auch jetzt jemand von der Weltkirche mit einem anderen Hintergrund in so ein Amt kommt", sagte Pottackal. "Gerade in der jetzigen Situation, wo die Ausländerfeindlichkeit und so weiter ein bisschen überhandnimmt, ist das auch ein Zeichen, das die Kirche gesetzt hat." (cbr)