Neues Motu proprio nimmt Dekret von Franziskus zurück

Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz
Bild: IMAGO / SOPA Images

Papst Leo XIV. hat die während der Corona-Pandemie von seinem Vorgänger beschlossenen Einsparungen bei Vatikan-Gehältern aufgehoben. In dem am Montag veröffentlichten Erlass widerruft Leo XIV. das Dekret "Eine nachhaltige Zukunft" ("Un futuro sostenibile") von Papst Franziskus vom März 2021. Darin wurden angesichts der Notlage durch die Pandemie die Gehälter von Kardinälen, Präfekten und Sekretären von Dikasterien sowie von Klerikern und Ordensleuten beschnitten.

Nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsrat seien nun die Voraussetzungen gegeben, die bereits im Juni 2025 angepassten Einschränkungen rückwirkend zum 1. September vollständig zu beenden, so Leo XIV. Dies geschehe "in der Gewissheit, dass die Institutionen des Heiligen Stuhls und des Staates Vatikanstadt ihr Engagement für die Sicherung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit mit verschiedenen Mitteln fortsetzen werden". Zugleich bleibt der Stopp der zweijährlichen Gehaltserhöhungen bestehen. Beide päpstlichen Dekrete sind als Motu proprio veröffentlicht, also als Erlass des Papstes, der auf dessen persönlicher Initiative beruht.

Gehälter kürzen, Entlassungen vermeiden

Papst Franziskus (2013–2025) erklärte im Motu proprio vom März 2021, die Pandemie habe das Defizit, das die Finanzverwaltung des Heiligen Stuhls und des Vatikanstaats seit Jahren kennzeichne, verschärft. Vor allem habe er eine Überprüfung der Ausgaben gefordert, um noch drastischere Maßnahmen wie die Entlassung von Mitarbeitenden, insbesondere von Laien und von Vätern und Müttern, zu vermeiden, so das Portal Vatican News.

Franziskus habe die Gehälter der Kurienkardinäle gekürzt, und zwar um zehn Prozent. Von den Kürzungen betroffen waren auch Leiter und Sekretäre der Dikasterien. Für alle Kleriker und Ordensleute wurde eine pauschale Kürzung um drei Prozent eingeführt. Ebenso wurden die zweijährlichen Gehaltserhöhungen für alle Mitarbeiter gestoppt. Bei den Laien betraf es laut Vatican News jedoch nur Beschäftigte ab der vierten Gehaltsstufe, nicht aber niedrigere Gehälter. Rückwirkende Änderungen an den erfolgten Maßnahmen wird es demnach nicht geben, auch Dienstalterszulagen bleiben eingefroren, wie es hieß. (KNA)

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