Der Münchner Stadtpfarrer Rainer Maria Schießler zählt zu den Auserwählten, die am Samstagmittag zum Start des Oktoberfestes ein Bierfass anzapfen dürfen. Das sei ein "netter Brauch" und für ihn eine große Ehre, sagte Schießler der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Dann habe ich alles erreicht, was auf der Wiesn möglich ist: Bedient und bei einem Platzkonzert dirigiert habe ich ja schon."
Der bundesweit bekannte Geistliche wird im Schützenlisl Volkssängerzelt auf der sogenannten Oidn Wiesn zur Tat schreiten, nach einem Segen für das Zelt. Der Bieranstich selbst sei für ihn keine Premiere, sagte Schießler. Auch stehe er dabei nicht so unter Druck wie der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne).
"Solange ich nicht 17 Schläge brauche"
"Wenn ich nüchtern bin, werde ich den Zapfhahn mit dem Schlegel schon einmal richtig treffen", prognostizierte der 65-jährige Schießler. Auf eine höchstens benötigte Zahl an Schlägen wollte er sich nicht festlegen. Er sei zufrieden, "solange ich nicht 17 Schläge brauche wie der Wimmer".
Dass der Münchner Oberbürgermeister traditionell das erste Bierfass auf dem Oktoberfest ansticht, ist erst seit 1950 so. Der damalige Amtsinhaber Thomas Wimmer (SPD) schnürte sich im Schottenhamelzelt mutmaßlich spontan den Schurz um, krempelte die Hemdsärmel hoch und zapfte mit 17 Schlägen an. Danach rief er laut: "O'zapft is." Auf die Idee war noch kein Politiker vor ihm gekommen. (KNA)