Ort der Begegnung und des Feierns

Kardinal Marx würdigt "klassenlose Gesellschaft" auf der Wiesn

Kardinal Marx würdigt "klassenlose Gesellschaft" auf der Wiesn
Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Die Blaskapelle intoniert "Lobe den Herrn" statt einer Polka, auf der Bühne ein Altar mit Kerzen: Das Paulaner-Zelt auf der Theresienwiese präsentierte sich zwei Tage vor Beginn des Oktoberfests am Donnerstagabend in einer etwas anderen Feierstimmung. Der Münchner Kardinal segnete bei einer Andacht das Festzelt, besetzt mit mehreren hundert Personen, die auf der Wiesn arbeiten. Ihnen wünschte der Erzbischof, "dass sie bei all dem Stress auch Spaß haben".

Marx würdigte das Oktoberfest als einen "Ort der Begegnung und des Feierns, bei dem niemand fragt, wer man ist oder woher man kommt. Es ist eine klassenlose Gesellschaft, die friedlich und freundlich ist, von Ausnahmen abgesehen". Viele sehnten sich nach einem solchen Ort der Begegnung. Das Oktoberfest strahle Zuversicht und Hoffnung in die ganze Welt aus. "Wir brauchen solch eine Unterbrechung in diesen bedrückenden Zeiten."

Andacht schließt mit Bayernhymne

Die Andacht schloss mit der Bayernhymne. Ob er es dieses Jahr einmal auf die Wiesn schaffe, vermochte der Kardinal nicht sicher zu sagen. In die Festtage fällt dieses Jahr auch die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

Aber das Oktoberfest komme ja stets auch zu ihm, sagte Marx. Der traditionelle Trachten- und Schützenzug am Sonntag führt an seinem Wohn- und Dienstsitz in der Kardinal-Faulhaber-Straße vorbei. "Und den schaue ich mir immer an."

Am kommenden Donnerstag findet der jährliche Oktoberfest- und Gedenkgottesdienst im Marstall-Festzelt statt. Dabei werden traditionell auch Kinder der Schaustellerfamilien, Wirte und Marktkaufleute getauft und ihrer verstorbenen Angehörigen gedacht. In diesem Jahr wird zugleich das Jubiläum 70 Jahre katholische Circus- und Schaustellerseelsorge gefeiert. (KNA)