Weihe wurde vom Vatikan nicht anerkannt

Tschechische Untergrund-Priesterin Javorová mit 94 gestorben

Tschechische Untergrund-Priesterin Javorová mit 94 gestorben
Bild: katholisch.de / msp

Tschechoslowakei, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Sie starb in der Nacht auf Donnerstag in einem Hospiz in Rajhrad bei Brünn, wie die österreichische Nachrichtenagentur Kathpress meldete. Javorová war 1970 von Bischof Felix Maria Davídek (1921-1988) zur Priesterin geweiht worden. Anschließend wirkte sie als Generalvikarin, also engste administrative Mitarbeiterin des Bischofs. Der Vatikan erklärte ihre Weihe nach der politischen Wende für ungültig.

Der Brünner Bischof Pavel Konzbul würdigte Javorová als "außergewöhnliche Frau", die ihr Leben in den Dienst anderer Menschen und der Kirche gestellt habe. Eine Begegnung mit ihr wenige Wochen vor ihrem Tod sei für ihn sehr persönlich und bereichernd gewesen. Javorová wurde am 31. Januar 1932 in Brünn geboren und wuchs in einer katholischen Familie auf. Ein von ihr erwogener Eintritt in ein Kloster war unter den Bedingungen des kommunistischen Regimes nicht möglich.

Seit 1964 gehörte sie zum engsten Mitarbeiterkreis Davídeks, der wegen seiner kirchlichen Tätigkeit 14 Jahre in kommunistischen Gefängnissen verbracht hatte und 1967 heimlich zum Bischof geweiht worden war. Javorová wirkte am Aufbau der Untergrundgemeinschaft "Koinótés" mit, die im Geheimen theologische Studien und Priesterausbildung organisierte und das kirchliche Leben auch nach einer Zerschlagung offizieller Strukturen sichern sollte.

Weihe 1970

Davídek übertrug Javorová weitreichende organisatorische Aufgaben und weihte sie Ende Dezember 1970 zur Priesterin. Davídek begründete diesen Schritt mit der Lage inhaftierter Ordensfrauen und anderer weiblicher Gefangener. Da männlichen Priestern der Zugang zu ihnen verwehrt gewesen sei, habe man nur so eine seelsorgliche Begleitung sicherstellen können.

Die Weihe Javorovás war auch innerhalb der Untergrundkirche umstritten. Nach dem katholischen Kirchenrecht können nur Männer die Priesterweihe empfangen. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes 1989 begann eine Statusklärung der geheim geweihten Bischöfe und Priester; teilweise verlangte Rom eine erneute Weihe. Für Javorová gab es eine solche Möglichkeit nicht. 1996 wurde ihr offiziell mitgeteilt, dass ihre Weihe nie gültig gewesen sei.

Javorová blieb dennoch Mitglied der katholischen Kirche und war unter anderem als Religionslehrerin tätig. Bis zu ihrem Lebensende hielt sie an der persönlichen Überzeugung fest, zum priesterlichen Dienst berufen und wirksam geweiht worden zu sein. In ihren letzten Lebensjahren setzte sie sich für eine stärkere Beteiligung von Frauen an kirchlichen Entscheidungsprozessen ein. (KNA)

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