Beispielland Madagaskar

Monat der Weltmission eröffnet – Bischof: Gemeinsam gegen Klimawandel

Monat der Weltmission eröffnet
Bild: missio Aachen

Zum Auftakt des Monats der Weltmission hat der Aachener Bischof Helmut Dieser zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Er verwies am Sonntag im Aachener Dom laut Mitteilung des katholischen Hilfswerks missio Aachen darauf, dass die Menschen im globalen Süden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hätten. Madagaskar ist das Beispielland des Monats der Weltmission.

In dem Land bedrohten immer häufigere und heftigere Zyklone, andere Extremwetterereignisse, Dürren und der steigende Meeresspiegel die Lebensgrundlagen vieler Menschen, so Dieser. Zugleich hätten sie selbst am wenigsten zum Klimawandel beigetragen. Einen wesentlichen Teil der Verantwortung trügen vielmehr die Industrienationen und die Lebensweise des globalen Nordens.

Der Monat der Weltmission ist eine bundesweite Aktion der Hilfswerke missio Aachen und missio München. Den Angaben zufolge findet die Aktion in rund 100 Ländern statt. Sie endet mit einer bundesweiten Kollekte in allen Gottesdiensten am Weltmissionssonntag (25. Oktober) und mit einem Abschlussgottesdienst im Regensburger Dom. 2025 konnte missio Aachen rund 2,15 Millionen Euro an Spenden sammeln.

Arbeit unter widrigsten Bedingungen

Bischof Luc Olivier Razafitsimialona aus Madagaskar fordert die Bundesregierung auf, sich bei der Übergangsregierung seines Landes für mehr Transparenz und eine gerechtere Verteilung der Erlöse aus dem Rohstoffabbau einzusetzen.

Madagaskar sei als Land sehr reich an Bodenschätzen, sagte er bereits am Samstag in Aachen: "Wir haben Gold, Mica, Saphire und andere Rohstoffe, die weltweit gebraucht werden. Aber wer profitiert von diesem Reichtum? Das sind vor allem die Wohlhabenden." Die breite Bevölkerung müsse stärker an den Erlösen beteiligt werden. Darauf müsse die Bundesregierung bei politischen Gesprächen in Madagaskar drängen. Die Menschen in Madagaskar schürften unter widrigsten Bedingungen und mit geringster Entlohnung nach diesen Bodenschätzen. Auch Unternehmen in Deutschland müssten aktiver werden.

Kritik an Etatkürzungen

Der Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen kritisierte jüngst Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums. "Was unsere Regierung betrifft, halte ich es für verheerend, dass die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe immer weiter gekürzt werden", sagte Pfarrer Dirk Bingener der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). (KNA)