Der CDU-Politiker Nathanael Liminski wünscht sich von der katholischen Kirche eine Führung mit einer hoffnungsvollen Botschaft. "Und das Vertrauen, dass diese Institution kein Selbstzweck ist, sondern eine Sendung hat und am Ende auch eine Zusage von ihrem Stifter", sagte der Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei und NRW-Medienminister der "Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln" von Freitag. "Das muss sie allerdings auch ausstrahlen. Die Kirche darf sich nicht anhören wie der ADAC. Sonst dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn sie so eingeordnet wird."
Umgekehrt dürfe die Politik die Kirchen nicht zu "Sozialbuden" reduzieren, so Liminski. "Aber Kirchen dürfen sich selbst auch nicht dazu reduzieren – nach dem Motto: 'Wir sind der Dienstleister für Pflege und Kita, von der Wiege bis zur Bahre'." Im Mittelpunkt müssten Profil und Botschaft stehen. "Aber ich vertraue darauf, dass es, so wie bisher in der 2.000-jährigen Geschichte, immer auch Frauen und Männer der Kirche geben wird, denen das gelingt."
Eine "wichtige, konstruktive Stimme"
Seine größte Sorge sei, "dass die Kirche, der Glaube, die christliche Botschaft für viele Menschen da draußen schlicht egal werden. Dass es einfach niemanden mehr kümmert, was die Kirchen sagen. Das halte ich – leider – für kein unrealistisches Szenario. Das macht mir sowohl als Katholik als auch Politiker und Bürger Sorgen", so Liminski.
Die Kirchen seien eine wichtige, konstruktive Stimme, die am Gemeinwohl orientiert sei. "Und von denen gibt es nicht mehr so viele. Die Zahl der Klientel-Interessenvertreter wird immer größer. Die Zahl der Institutionen, die wirklich noch gemeinwohlorientiert sind, die also auch auf Kompromiss und Konsens abzielen, die wird kleiner." Dafür müsse allerdings diese aktuelle und persönliche Relevanz der Botschaft hergestellt werden, so der Politiker. Darin liege die große Aufgabe, "bis hin zum einzelnen Kirchenmitglied oder Gläubigen". (KNA)