Nach Besuch im Vatikan

Wadephul: Brauchen bei KI-Einsatz geistige Führung des Papstes

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU)
Bild: picture alliance/dpa | Marcus Brandt

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat den Einsatz des Papstes sowie des Heiligen Stuhls für Menschlichkeit und Frieden gewürdigt. Besonders hob Wadephul die jüngste Enzyklika "Magnifica humanitas" des Papstes zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hervor. "Es ist ein weiteres Beispiel, wo wir die geistliche und die geistige und die moralische Führung des Heiligen Stuhls in dieser Welt mehr denn je benötigen", so Wadephul. Diese Technologie beinhalte große Chancen, aber auch riesige Gefahren. Hierfür brauche es, wie Leo XIV. schreibe, gemeinsame Normen. Am Ende müssten Menschen über den Einsatz entscheiden.

Wadephul hatte am Freitag im Vatikan den Außenbeauftragten des Papstes, Erzbischof Paul Richard Gallagher, sowie Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin getroffen. Gallagher habe von seinem jüngsten Russland-Besuch berichtet. Wadephul verurteilte die perfide Kriegsführung Russlands, trotzdem brauche es die Bereitschaft zum Dialog. Er sei sehr dankbar, dass auch der Vatikan den völkerrechtswidrigen Invasionskrieg Russlands von Anfang an verurteilt habe. "Die Stimme des Vatikan zählt. Sie erreicht Menschen auf der ganzen Welt, gerade im globalen Süden", so Wadephul. Auch dort brauche es Rückhalt, damit Russland ernsthaft verhandle. Und auch diese Staaten sollten Russland, etwa mit Blick auf ausbleibende Getreidelieferungen aus der Ukraine, ihre Lage verdeutlichen. "Es liegt allein an Russland, ob es einen echten Dialog will." (KNA)