Glühender Anhänger des Ex-Ministerpräsidenten

"Orban-Priester" bringt Kirche und Regierung in Ungarn gegen sich auf

Ungarn, Panoramablick auf das Parlament und die Budapester Skyline des historischen Zentrums
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Ein eigenwilliger katholischer Priester sorgt in Ungarn mit wiederholten Schimpftiraden gegen die neue Regierung für Schlagzeilen. Zoltan Osztie aus dem Erzbistum Budapest, ein glühender Anhänger des im April abgewählten Ex-Ministerpräsidenten Viktor Orban, hat nun mit einer geharnischten Predigt nicht nur den neuen Regierungschef Peter Magyar, sondern auch seine eigene Kirche gegen sich aufgebracht.

Am Wochenende hatte er Magyars Tisza-Partei unter anderem als "ungläubig, unmoralisch und landesverräterisch" bezeichnet. Die Unterstützung einer derartigen politischen Gruppierung sei ein Widerspruch zum christlichen Glauben, sagte der Priester während eines Gottesdienstes in der Dorfgemeinde Feldebrö. Ein Videoclip von dem Auftritt verbreitete sich im Internet.

Ministerpräsident fordert Distanzierung

Daraufhin meldete sich der seit Mai amtierende Ministerpräsident Magyar persönlich zu Wort und forderte von der Kirche eine "sofortige, öffentliche und vollständige Distanzierung" von Oszties Äußerungen. Das Erzbistum reagierte prompt und veröffentlichte nun eine entsprechende Erklärung. Oszties Worte seien "nicht hinnehmbar" und spiegelten keineswegs die Haltung der Kirche wider, heißt es darin. Der Geistliche sei aufgefordert worden, das Video mit den umstrittenen Äußerungen zu löschen.

Osztie, der von der ungarischen Presse mittlerweile als "Orban-Priester" betitelt wird, fiel in der Vergangenheit bereits mehrfach durch politischen Aktivismus auf. Im Juli wurde er schon einmal von der Kirche gemaßregelt, weil er bei einer Protestkundgebung gegen die neue Regierung aufgetreten war. (KNA)

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