Gefahr von Diskriminierung und Erpressung

Recherche sieht Gefahr für Gläubige durch Handel mit Standortdaten

Recherche sieht Gefahr für Gläubige durch Handel mit Standortdaten
Bild: picture alliance / Jan Eifert

Das Onlinemedium netzpolitik.org warnt vor Gefahren für Gläubige durch den Handel mit Standortdaten von religiösen Orten. In einer am Dienstag veröffentlichten Recherche fanden die Journalisten mehr als eine Million Handy-Standortdaten von Menschen in Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Gemeindezentren. Daraus gehe auch hervor, wer in Gebäuden religiöser Verbände wie dem Zentralrat der Juden, aber auch der katholischen Deutschen Bischofskonferenz oder der Evangelischen Kirche in Deutschland ein- und ausgeht, hieß es. Damit ließen sich Angehörige von Glaubensgemeinschaften auf Schritt und Tritt verfolgen.

Die Daten zeigten die Bewegungsprofile der Menschen teils auf wenige Meter genau. Die ausgewerteten Daten hätten Datenhändler, sogenannte Databroker, kostenlos als Vorschau für Abonnements zur Verfügung gestellt. Gefährdet seien alle Menschen, die werbefinanzierte Apps auf ihren Smartphones haben.

Gefahr von Diskriminierung und Erpressung

"Der Handel und die unrechtmäßige Verwendung von Handy-Standortdaten und Bewegungsprofilen von Gläubigen stellen eine erhebliche Gefahr dar", zitiert das Medium den Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Er warnte vor der Gefahr von Diskriminierung, Erpressung und "tiefgreifender Verletzung des inneren, identitätsstiftenden Fundaments des Menschen".

Der Pressesprecher des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Christian Toussaint, erklärte: "Geschäftsmodelle, bei denen Menschen zum einfachen Handelsobjekt werden, sind mit der Menschenwürde grundsätzlich nicht vereinbar." (KNA)