"New Establishment"-Liste 2026 veröffentlicht

"Vanity Fair" zählt Leo XIV. zu den einflussreichsten Menschen der Welt

"Vanity Fair" zählt Leo XIV. zu den einflussreichsten Menschen der Welt
Bild: IMAGO / ZUMA Press

Papst Leo XIV. gehört nach Ansicht der US-Zeitschrift zu den wichtigsten US-amerikanischen Persönlichkeiten, die Einfluss auf die Welt nehmen. Die jährlich zusammengestellte "New Establishment"-Liste der Zeitschrift führt 2026 erstmals den Papst auf Platz 18 auf. Die Liste enthält seit 1994 die Personen, die die jeweilige Epoche entscheidend prägen. In der Liste wird er als "Seine Heiligkeit, der Humanist" vorgestellt und als sozial engagierter Papst porträtiert. Leo XIV. steht zwischen der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und der Verlagschefin der New York Times, Meredith Kopit Levien. An der Spitze der Liste stehen die Geschäftsführer der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic, gefolgt von Elon Musk.

Für den Papst weicht die Zeitschrift von ihrer Regel ab, keine Staatschefs auf die Liste zu setzen. Leo XIV. wird trotz seiner Rolle als Souverän des Vatikanstaats aufgrund seines "humanistischen Einflusses" aufgenommen. In seinem Kurzporträt wird erzählt, wie er als Bischof in Chiclayo in Peru selbst während einer katastrophalen Flut mitangepackt hat. "Das hat sein lebenslanges Engagement für die Armen (sowie für Einwanderer und Flüchtlinge) gefestigt, wodurch sein Aufstieg zum Papstamt zu einem Sieg für den progressiven Flügel der Kirche und zu einer Bestätigung seines Vorgängers, Papst Franziskus I., wurde", so die Vorstellung.

Sozialenzyklika hervorgehoben

Maßgeblich für die Einschätzung der Liste war die Sozialenzyklika "Magnifica Humanitas", die der Papst im Mai als erste Enzyklika seiner Amtszeit veröffentlicht hat: "Er hat sich mit dem Thema der 'Bewahrung des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz' befasst und mit auf die Heilige Schrift gestützten Argumenten erklärt, dass die Technologie uns dienen sollte und nicht umgekehrt." Dabei habe er sogar "etwas sozialistische Töne" angeschlagen: "Unter diesen Ideologien halte ich jene für besonders verfänglich, die suggerieren, dass jeder Mensch seinen Wert erst verdienen oder rechtfertigen müsse, bis dahin, dass denjenigen, die effizienter und leistungsfähiger sind, ein höherer Wert beigemessen wird", zitiert die Zeitschrift aus der Enzyklika.

Gewürdigt wird außerdem die Bereitschaft Leos XIV., in Konflikte zu gehen. Neben der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft wird seine Kontroverse mit US-Vizepräsident J. D. Vance angesprochen: "Ein amerikanischer Papst, der die Würde von Einwanderern hochhält und sich gegen die Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Händen einiger weniger ausspricht? Da wird er bestimmt in ein paar Auseinandersetzungen geraten."

Schon im August landete der Papst auf einer Liste von "Vanity Fair" als einer der am besten gekleideten Menschen der Welt. In der Kategorie der "ausgefallensten und innovativsten Modebegeisterten" stand Leo XIV. neben Filmemacher Spike Lee und Sängerin Björk. (fxn)