"Partei ergreifen für die Menschenwürde"

Irans Vatikan-Botschafter bittet Papst Leo um Hilfe gegen US-Embargo

Mohammad Hossein Mokhtari zu Besuch bei Papst Franziskus
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Der iranische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Mohammad Hossein Mokhtari, hat in einem offenen Brief Papst Leo XIV. um Hilfe gegen das von der US-Regierung gegen den Iran verhängte Fluglinien-Embargo gebeten. In dem Brief, den die Botschaft am Donnerstag im Internet veröffentlichte, schreibt der Diplomat: "Ich bitte Seine Heiligkeit, Partei zu ergreifen für die Menschenwürde, die ein Geschenk Gottes ist."

Unter anderem erinnert Mokhtari an Kranke, die wegen des Flug-Embargos nicht behandelt werden könnten, an Familien, die aus diesem Grund getrennt bleiben müssten, und an Pilger, die dadurch in ihrer Religionsausübung eingeschränkt würden. Konkret bittet der Diplomat den Papst um einen moralischen Appell an die US-Regierung zur Aufrechterhaltung humanitär notwendiger Verkehrsverbindungen und um eine entsprechende gemeinsame Initiative mit Führern anderer Glaubensgemeinschaften.

Irans Botschafter erhielt päpstlichen Orden

Mokhtari, der seit drei Jahren den Iran beim Vatikan vertritt, hatte bereits im Mai 2026 für Schlagzeilen gesorgt. Damals war ihm gemeinsam mit den Botschaftern anderer Länder vom Vatikan ein päpstlicher Orden verliehen worden. Iranische Staatsmedien interpretierten dies als Unterstützung des Papstes für den Iran, iranische Oppositionelle verurteilten den Akt.

Papst Leo XIV. hatte sich zuvor in einer frühen Phase des aktuellen iranisch-amerikanischen Kriegs kritisch über US-Präsident Donald Trump geäußert. So bezeichnete er eine Vernichtungs-Androhung des Präsidenten gegen den Iran öffentlich als "inakzeptabel", was wiederum im April eine öffentliche Papstschelte von Seiten Trumps auslöste. (KNA)

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