"Wer wird Millionär" und Co.

Hätten Sie's gewusst? – Fragen rund um Kirche in Quizshows

Das Wort "Quiz" aus Neonröhren
Bild: stock.adobe.com/Chris Titze Imaging

Zwei Kandidatinnen scheiterten zuletzt bei "Wer wird Millionär" an Fragen zur Papstwahl und zum Vatikan – und Tagesthemen-Moderator Ingo Zamoerini wusste beim ZDF-"Quiz-Champion" nicht, dass Heiner Wilmer seit Februar Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. Bei Kirchen- und Glaubensthemen tun sich Menschen offenbar immer schwerer, weil sie nicht mehr selbstverständlich zum Allgemeinwissen gehören. Dennoch tauchen immer wieder Fragen dazu in bekannten TV-Quizshows auf. Sie verursachen mal mehr, mal weniger Probleme. Und manchmal sind sie schlicht kurios. Eine Kostprobe.

"Wer wird Millionär?"

Frage aus der Kandidatenrunde (2000): "Bringen Sie die vier Worte aus dem Vaterunser in die richtige Reihenfolge":

A) Wille; B) Himmel; C) Name; D) Reich

Lösung: BCDA. Eigentlich leicht, würde man meinen. Doch kein einziger Kandidat schaffte es, die Begriffe in die richtige Reihenfolge zu bringen – zum Entsetzen eines erschütterten Günther Jauch.

Frage (2020): "Georg Bätzing aus Limburg ist seit Anfang März hierzulande wessen oberster Repräsentant?"

A) Bundesverfassungsgericht; B) Nationales Olympisches Komitee; C) katholische Kirche; D) DGB

Schon Wilmers Vorgänger im Amt kam in einer Quizshow vor. Die Lösung: natürlich C. Bätzing war im März 2020 zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Bei der Frage um 32.000 Euro benötigte der Kandidat zwar zwei Joker, konnte sie schlussendlich aber beantworten.

Frage (2023): "Welches Adjektiv wurde in den letzten Jahren häufig in Zusammenhang mit Papst Benedikt XVI. verwendet?"

A) emeritiert; B) emiritiert; C) emeretiert; D) emiretiert

Bei der Frage nach der korrekten Schreibweise des Begriffs ging es um 4.000 Euro. Die Kandidatin entschied sich für die richtige Antwort A.

Günther Jauch
Bild: © picture alliance / dpa | Henning Kaiser (Archivbild)

Fragen zur Kirche bereiteten bei "Wer wird Millionär?" zuletzt Schwierigkeiten.

"Gefragt – Gejagt"

Frage (2024): "Was die Bibel im Christentum ist, ist im Judentum der ...?

Diese Frage nach dem Ausdruck für die hebräische Bibel wurde dem "Jäger" Manuel Hobiger in einer Finalrunde gestellt. Er beantwortete sie mit "Tora". Diese ist aber nur der erste Teil und bezeichnet die fünf Bücher, die Mose zugeschrieben werden. Die richtige Antwort wäre "Tanach" gewesen. Dabei handelt es sich um ein Akronym der drei Hauptteile Tora, Nevi’im (Propheten) und Ketuvim (Schriften). Hobiger konnte nicht nur diese Frage nicht richtig beantworten, sondern auch die Punktevorgabe des Kandidaten nicht einholen und musste sich somit geschlagen geben.

Frage (2026): "Laut der biblischen Weihnachtsgeschichte reisten Maria und Josef von Narareth nach Bethlehem, weil Kaiser Augustus was angeordnet hatte?"

A) Volkszählung; B) Volksbegehren; C) Volksspeisung

Richtig ist natürlich A. Die Frage stammt aus einem Vorrundenduell zwischen einem Kandidaten und der "Jägerin" Annegret Schenkel. Beide loggten schnell ein und lagen richtig. Nachzulesen ist die ganze Geschichte übrigens im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums.

Bild: © Marcel Ditrich (Archivbild)

Die Wallfahrtsbasilika Sankt Georg in Walldürn war Schauplatz einer kuriosen Diebesgeschichte. Eine Quizshow griff das auf.

"Wer weiß denn sowas?"

Frage (2018): Welche Besonderheit finden Fußballfans in der Kirche St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke?

A) Beichtstunde im Anschluss an große Fußballspiele; B) Schalke-Hymne auf der ersten Seite des Gesangbuchs; C) Fenstermosaik des heiligen Aloisius mit einem blau-weißen Fußball

Lösung: C. Die Kirche St. Joseph ist bekannt als "Offene Kirche Schalke" und so etwas wie die Fan-Kirche des Vereins. Das Fenster wurde 1960 installiert. Es stellt den Jesuiten und Jugendpatron Aloisius von Gonzaga dar, der in Anlehnung an den Stadtteil und Verein mit Fußballutensilien dargestellt wird. Das Team aus Kapitän Elton und Moderator Jan Hofer kam auf die richtige Antwort.

Frage (2021): "Im bayerischen Mittenwald läutet der Mesner die Kirchenglocken 20 Minuten lang, …?"

A) um die Geburt eines Kindes zu verkünden; B) wenn ein Gewitter aufzieht; C) wenn der einzige Bus am Tag am Horizont erscheint

Die Frage bezog sich auf die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Mittenwald. Der Brauch besteht darin, bei aufziehendem Unwetter die sogenannte Wetterglocke zu läuten. Elton und NDR-Moderator Hinnerk Baumgarten mussten etwas überlegen, loggten aber schließlich die richtige Antwort ein.

Frage (2025): "Am Alten Peter, der Peterskirche in München, sind acht Kirchturmuhren angebracht, da ...?"

A) die ersten vier Uhren nur über Stundenzeiger verfügten; B) der Turmuhr-Auftrag versehentlich an acht Uhrmacher gleichzeitig ging; C) sie die Uhrzeiten von München und sieben Partnerstädten anzeigen

Richtig ist Antwort A – Elton und Schauspielerin Katja Riemann lagen richtig. 1371 bekam der Alte Peter seine ersten vier Räderuhren. Aus technischen Gründen verfügten sie damals aber nur über einen Stundenzeiger, waren zudem ungenau. Im Zuge einer Renovierung im Jahr 1621 erhielt die Turmspitze vier weitere Uhren, die schließlich auch die Minuten anzeigten.

Frage (2025): "Weshalb konnte die Polizei im Neckar-Odenwald-Kreis 2025 einen Verdächtigen nach einem Einbruch in eine Kirche schnell festnehmen?"

A) Er bot das Diebesgut mit Herkunftsangaben online zum Kauf an; B) Er bat eine Kirchenbesucherin, ihm beim Tragen des Kreuzes zu helfen; C) Er bestellte mit gestohlener Priestermütze auf dem Kopf in einem Imbiss.

Eine Geschichte, bei der man kaum glauben mag, dass sie sich wirklich so zugetragen hat. Aber tatsächlich hat sie das. Der Tatort war die Walldürner Basilika St. Georg. Ein Mann stahl dort unter anderem eine Marienstatue, einen Kerzenleuchter und ein Birett. Am frühen Abend betrat er mit dem Birett auf dem Kopf einen Döner-Imbiss und wollte Essen bestellen. Da er kein Bargeld hatte, wollte er zur Bank gehen, ließ seinen Rucksack mit dem gestohlenen Kirchengut im Imbiss zurück – und wurde wenig später von der alarmierten Polizei festgenommen. Ein schneller Ankohltest stellte bei dem Mann knapp über 1 Promille fest. Richtig ist also Antwort C. Teamkapitän Wotan Wilke Möring und Sportjournalist Marcel Reif lagen zwar falsch, konnten aber herzhaft lachen.

Bild: © Bonner Münster (Archivbild)

Das Sakrarium im Bonner Münster.

"Genial daneben"

Frage (2018): "Was ist der heilige Ausguss?"

Die Stelle in Lourdes, wo das Heilwasser herausfließt? Ein Begriff aus dem katholischen Klempnerwesen, der etwas mit dem Taufbecken zu tun hat? Die prominente Raterunde und Hella von Sinnen und Wigald Boning hatte ein paar spannenden Ansätze. Doch nach ein paar Umwegen kam sie auf die richtige Antwort: Der heilige Ausguss (auch Sakrarium genannt) ist ein spezielles Becken oder eine Bodenvertiefung im Altarraum oder in der Sakristei einer Kirche, dessen Abfluss direkt in das Erdreich unterhalb des Kirchengebäudes führt – und nicht in die normale Kanalisation. Er dient dazu, geweihte oder liturgisch verwendete Flüssigkeiten und Reste würdevoll der Erde zurückzugeben, anstatt sie über den normalen Abwasserkanal zu entsorgen.

Matthias Altmann