Erneute Klarstellung

Vatikan erkennt keine weiteren Ritterorden an

Das Governatorat des Vatikanstaats im Schatten des Petersdoms.
Bild: katholisch.de

Der Vatikan distanziert sich von Neu- und Wiedergründungen christlicher Ritterorden. Das vatikanische Staatssekretariat veröffentlichte am Samstag eine entsprechende "Klarstellung" in acht Sprachen, darunter auch auf Arabisch. Darin heißt es, angesichts zahlreicher Bitten um Auskunft zu "Ritterorden, die sich nach Heiligen benannt haben oder religiöse Namen tragen", sehe sich das Staatssekretariat zu einer erneuten Klarstellung veranlasst.

Es gelte weiterhin, was bereits in der Vergangenheit veröffentlicht worden sei: "Außer den eigenen Ritterorden (Christusorden, Orden vom Golden Sporn, Piusorden, Orden des heiligen Gregor des Großen und Orden des heiligen Papstes Silvester) anerkennt und schützt der Heilige Stuhl nur den Souveränen Malteserorden (...) und den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem."

Es bestehe, so das Staatssekretariat weiter, nicht die Absicht, dies zu ändern: "Alle anderen Ritterorden – ob sie nun neuerer Gründung sind oder sich von den mittelalterlichen Orden ableiten – werden vom Heiligen Stuhl nicht anerkannt, da dieser nicht für ihre historische und rechtliche Legitimität, ihre Ziele und ihre Organisationsstrukturen bürgen kann." Ferner distanziert sich der Vatikan in der Mitteilung ausdrücklich von der "unrechtmäßigen Ausstellung von Urkunden und unzulässigen Nutzung heiliger Stätten" durch vorgebliche neue oder alte Ritterorden.

Distanz zu Auszeichnungen

Weiter heißt es in der Klarstellung: Um die "Fortsetzung von Missbräuchen zu verhindern, die vielen gutgläubigen Personen schließlich zum Schaden gereichen, bekräftigt der Heilige Stuhl, dass er den von nicht anerkannten Vereinigungen ausgestellten ritterlichen Auszeichnungen und den dazugehörigen Insignien keinerlei Wert beimisst und die Nutzung von Kirchen und Kapellen für sogenannte 'Investiturfeiern' für nicht angebracht hält." Bei Investiturfeiern werden neue Mitglieder offiziell in einen Ritterorden aufgenommen.

Im Mittelalter waren die Ritterorden militärisch-religiöse Verbände, die der Kirche im Kampf gegen die islamische Expansion im Nahen Osten oder die damals heidnischen Slawen in Osteuropa dienten. Später wurden einige von ihnen wie der Deutsche Orden in rein religiöse Ordensgemeinschaften umgewandelt. Andere wie der Malteserorden konzentrieren sich heute auf karitative Aktivitäten.

Wieder andere Ritterorden wurden abgewickelt. Insbesondere der im 14. Jahrhundert von Papst Clemens V. zwangsweise aufgelöste Templerorden war in der Neuzeit immer wieder Projektionsfläche für rechtlich zweifelhafte Wieder- und Neugründungsversuche. Sie spielten etwa in dem 2003 erschienenen Bestseller "The Da Vinci Code" (deutsch: Sakrileg) von Dan Brown eine wichtige Rolle. (KNA)