Bischofskonferenz veröffentlicht Arbeitshilfe zu Syrien

Es geht um das Überleben des Christentums

Veröffentlicht am 30.11.2015 um 14:36 Uhr – Lesedauer: 
Syrien

Bonn ‐ Mit dem Bürgerkriegsland Syrien und der Lage der Christen vor Ort befasst sich eine neue Arbeitshilfe der Bischofskonferenz. Bei der Vorstellung appellierte Erzbischof Schick, dem IS-Terror ein Ende zu bereiten. Dafür seien auch Waffen ein legitimes Mittel.

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Da mit einer terroristischen Organisation wie dem Islamischen Staat keine Verhandlungen möglich seien, hielten die deutschen Bischöfe daher auch militärische Mittel für ethisch vertretbar, "wenn nur so dem menschenverachtenden Treiben des IS ein Ende bereitet werden kann", so Schick. Das hätten sie schon 2014 deutlich gemacht – und sich dabei mit dem Bischöfen in der Region abgesprochen.

"Besonders bedrängendes Thema"

Die Arbeitshilfe, die im Rahmen einer bischöflichen Initiative zu Solidarität mit verfolgten Christen erscheint, habe mit Syrien ein "außerordentlich aktuelles und zugleich besonders bedrängendes Thema", fasste Schick zusammen.

Der Präsident des kirchlichen Hilfswerks "Missio", Prälat Klaus Krämer, erinnerte an die vielfältigen Hilfsmaßnahmen, die in Syrien geleistet würden. Dazu zählten unter anderem Nothilfe, Traumabewältigung, Schulbildung und der interreligiöse Dialog. Dafür habe Missio seit 2011 rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Lebensbedingungen zu verbessern: "Gerade Minderheiten sind bedroht. Nur wenn sie eine Zukunftsperspektive für die eigene Gemeinschaft sehen, sind Menschen bereit, in Syrien zu bleiben", so Krämer.

Bild: ©KNA

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick leitet in der Deutschen Bischofskonferenz die Kommission Weltkirche.

Auch für das Oberhaupt der maronitischen Christen, Kardinal Bechara Rai, ist es ein wichtiges Ziel, Christen aus dem Nahen Osten zum Bleiben in ihrer Heimat zu bewegen. Eine Friedenslösung müsse daher ein stabiles Syrien hervorbringen. Die Christen im Nahen Osten wollen dafür weiter mit den moderaten Muslimen zusammenarbeiten: "Wir wollen gemeinsam an der Identität der Region mitwirken, so wie wir es bereits seit Jahrhunderten getan haben", so Raï, der sich seit vergangenem Donnerstag zu einem Besuch in Deutschland aufhält.

Auch die Ortskirchen kommen zu Wort

In der Arbeitshilfe kommen auch Stimmen der syrischen Ortskirchen zu Wort, die mit zahlreichen Fotografien aus dem Bürgerkriegsland ergänzt werden. Die Borschüre kann über die Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz bestellt oder direkt heruntergeladen werden. Sie erscheint ihm Rahmen der Initiative "Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen", die die deutschen Bischöfe 2003 gründeten und mit der sie vor allem Kirchengemeinden auf die Lage bedrohter Christen weltweit aufmerksam machen wollen. (gho)

Linktipp: Arbeitshilfe herunterladen

Die Arbeitshilfe "Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Syrien" kann auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz in der Rubrik "Veröffentlichungen" bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden.