Tod auf allen Kanälen

Große, prachtvolle Gräber säumen die sogenannte Millionärsallee auf dem Melaten-Friedhof in Köln.
Bild: katholisch.de

Ein Jahr lang haben Ulrich und ihr Team im RBB genau wie die Kollegen im MDR am Sendemarathon rund um das Ende des Lebens gearbeitet. Beide Landesrundfunkanstalten sind Federführer der Themenwoche. Das Ergebnis: eine Fülle an Dokumentationen, Talkrunden und Spielfilmen in den Radio- und Fernsehkanälen der ARD. Zum Rahmenprogramm gehört unter anderem speziell aufbereitetes Material für Schulklassen . Ebenso breit ist das inhaltliche Spektrum der Themenwoche: Sterbehilfe, Palliativmedizin, Trauerbegleitung, über Kinder und Tod, digitales Erbe, oder Trauer und Erinnern in anderen Kulturen.

"Ich halte es für richtig und wichtig, dass gerade die ARD sich diesem Thema eine Woche lang in all ihren Medien widmet", sagt RBB-Intendantin Dagmar Reim. Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), fügt hinzu: "Wenn jemand stirbt, dann fehlen uns oft die Worte. Unsere Themenwoche soll helfen, diese Sprachlosigkeit zu überwinden. Angemessene Worte und treffende Bilder zu finden, das ist unser Ziel."

Viele Themen, viele Formen

Nach einem Jahr Recherche ist Angela Ulrich fast schon eine Expertin in Sache Tod. Ihrer Ansicht nach, ist das Thema in der Gesellschaft kein Tabu mehr. "Viele Menschen haben aber immer noch Angst, sich damit zu befassen", sagt sie. Ein Ansatz der Themenwoche ist, den Tod mehrdimensional zu beleuchten. Daran liegt es, dass sich beispielsweise nicht nur Günther Jauch und Frank Plasberg in ihren Talkrunden des Themas annehmen, sondern ebenso der sonntägliche "Tatort" oder gar Comedy-Star Dieter Nuhr.

"Wenn wir erreichten, eine breite, unaufgeregte Debatte in Deutschland anzustoßen über den Tod und das Sterben, dann wäre diese Themenwoche aus meiner Sicht ein Erfolg", sagt RBB-Intendantin Reim. "Wer über das Sterben nachdenkt, denkt auch über das Leben nach. Es ist dies eine Perspektive, die jedem Einzelnen bereichernde, mitunter bestürzende, aber auch beglückende Erkenntnisse ermöglicht." Sicher ist: Mit der ARD-Themenwoche ist das letzte Wort über den Tod nicht gesprochen. Schließlich gehört er zu den Dingen, mit denen sich jeder Mensch auseinandersetzen muss – ob er will oder nicht.

Von Christoph Meurer

Hinweis

Die ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod" findet vom 17. bis 23. November, im Ersten, in den Dritten Programmen, im Radio und sowie online statt. Informationen zu allen Sendungen gibt es auf den Internetseiten der ARD.

http://web.ard.de/themenwoche_2012/

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