Frühjahrsputz im Kloster
Schon im Mittelalter reinigten Mönche Raum und Geist

Frühjahrsputz im Kloster

Der Frühjahrsputz hat auch bei Mönchen eine lange Tradition. Schon im Mittelalter sind Putzpläne in Klöstern nachgewiesen, und manche Ordensregel weiß auch etwas zur Reinlichkeit zu sagen – das Großreinemachen diente aber Körper und Geist.

Lichtenau - 23.03.2016

"Wer äußerlich rein ist, der ist auch im Geist rein", waren laut der Expertin die Mönche überzeugt. Deshalb hätten sie vor wichtigen Feiertagen wie Ostern, Pfingsten, Allerheiligen oder Weihnachten ihr Kloster gründlich gereinigt, wie die Bestimmungen Lanfrancs, des Erzbischofs von Canterbury, aus dem 11. Jahrhundert verrieten. Dazu habe gehört, die Räume zu fegen, die Böden zu wischen und frische Binsen als Bodenbelag zu verstreuen.

Die Verfasser der mittelalterlichen Klosterregeln legten nach den Worten Wabinskis genau fest, wie oft die Mönche und Nonnen die verschiedenen Räume und Gebäudeteile ihres Klosters zu reinigen hatten. Feste wöchentliche Termine ergänzten jährliche Putzaktionen.

Der Samstag ist noch heute ein beliebter Putztag

Der Samstag, noch heute ein beliebter Putztag, habe auch im Kloster eine besondere Bedeutung. So bestimmten die Klosterregeln der italienischen Benediktinerabtei Farfa aus dem 11. Jahrhundert: "Samstags soll die Küche gereinigt und gefegt werden." Und Tischtücher im Speisesaal seien alle 15 Tage zu wechseln.

Obwohl der Kreuzgang als Ort der Kontemplation, Grablege und der Prozession ein heiliger Ort gewesen sei, hätten die Klosterbrüder gewöhnlich dort dienstags ihre Wäsche - Hosen, Tuniken und Socken - aufhängen dürfen, so Wabinski. Dies zeige, wie wichtig den Oberen die Sauberkeit gewesen sei. Statt des Luxusgutes Seife sei im Mittelalter stark schäumendes Seifenkraut verbreitet gewesen, worüber der Botaniker Hieronymus Bock im 16. Jahrhundert berichtete. Auch Efeu und Rosskastanien seien verwendet worden. (KNA)