Der Trierer Dom
Trierer Diskussionsforum könnte beispielgebend für andere Diözesen sein

Ist nach der Synode vor der Synode?

Kirche - Aus Sicht des Zentralkomitees der deutschen Katholiken war die Trierer Synode ein Erfolg. Künftig solle es mehr davon geben - auch bundesweit. Doch dafür muss erst ein Hürde aus dem Weg geräumt werden.

Trier/Bonn - 02.05.2016

"Die Trierer Diözesansynode ist mit einem wegweisenden Dokument zum Abschluss gekommen", so Sternberg. Es sei an der Zeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, dass auch bundesweite Synoden wieder mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden könnten.

Neuer Umgang mit Wiederverheirateten

Der Trierer Synoden-Moderator Wolfgang Drehmann wertete den vorgesehenen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen als Fortschritt. Das am Samstag verabschiedete Abschlussdokument sieht vor, dass im Bistum Trier eine verbindliche Handreichung mit Ritualen und Gebeten für wiederverheiratete Geschiedene entwickelt werden soll. Kennzeichnend für das Trierer Papier wie auch für das Lehrschreiben "Amoris laetitia" von Papst Franziskus sei "der einladende Charakter an die Menschen", sagte Drehmann am Montag in Trier vor Journalisten.

In einer ursprünglichen Fassung war zunächst von Segnungsfeiern für wiederverheiratete Geschiedene die Rede gewesen. Dagegen hatte der Trierer Bischof Stephan Ackermann einen Vorbehalt geäußert, weil der Vorschlag oberhalb der Entscheidungsbefugnisse einer Synode angesiedelt sei. "Meine Bitte war: Lasst es uns offener formulieren", so Ackermann am Montag. Dieser Bitte sei die Synode gefolgt. Mit den jüngsten päpstlichen Vorgaben zum Umgang mit Geschiedenen müsse sich nun zunächst die Bischofskonferenz näher befassen, das sei "Arbeit im Prozess".

Ackermann: Das ist jetzt unser gemeinsames Dokument

Ackermann stellte sich am Montag erneut hinter die Ergebnisse der Synode: "Ich stehe dazu. Das ist jetzt unser gemeinsames Dokument." Wichtig sei die konkrete Umsetzung, die in den kommenden Jahren erfolge. Bei der letzten von sieben Vollversammlungen hatte das Gremium am Samstagabend mit einer großen Mehrheit von 212 der 231 Teilnehmer das Schlussdokument "Heraus gerufen. Schritte in die Zukunft wagen" verabschiedet. Zuletzt hatte es 1990 eine Synode in einem deutschen Bistum gegeben. Eine bundesweite Synode gab es von 1971 bis 1975 in Würzburg. (KNA)

Linktipp: Nun liegt der Ball beim Bischof

Über Jahre haben die Synodalen miteinander gerungen, jetzt hat die einzige deutsche Bistumssynode dem Trier Bischof Stephan Ackermann ein Abschlusspapier vorgelegt - mit weitreichenden Reformvorschlägen.