Hamburger Erzbischof kritisiert Bestimmungen des Denkmalschutzes

Heße: Leere Klöster für Flüchtlinge

Aktualisiert am 24.05.2016  –  Lesedauer: 
Flüchtlinge

Norderstedt ‐ Hamburgs Erzbischof Stefan Heße kritisiert "die Keule des Denkmalschutzes". Die strengen Bestimmungen verhinderten eine schnelle Umnutzung kirchlicher Gebäude zur Flüchtlingshilfe.

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Strenge Bestimmungen des Denkmalschutzes verhinderten oft eine rasche Umnutzung der vorhandenen Gebäude, so Heße. Zudem solle bei der "Vermarktung unserer Grundstücke nicht auf Gewinnmaximierung" geachtet werden. Hinsichtlich der Integration von Flüchtlingen sagte der Sonderbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz in Flüchtlingsfragen: "Wir haben nach dem Zweiten Weltkrieg schon einmal zwölf Millionen Flüchtlinge integriert." Viele norddeutsche katholische Gemeinden gäbe es ohne die damals Zugezogenen gar nicht, betonte Heße. Er plädierte dafür, den Familiennachzug nicht einzuschränken. "Familie ist die Keimzelle von Staat und Gesellschaft".

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Ralf Stegner, erklärte, dass junge, alleinstehende, arbeitslose Männer eine Gesellschaft nicht stabilisierten. Deshalb müsse denjenigen mit Bleiberecht ein gewisser Familiennachzug gewährt werden: "Familienzusammenführungen sind das beste, was uns passieren kann", so Stegner.

Weiter sagte Erzbischof Heße mit Blick auf AfD und Pegida, Muslime, die nach Deutschland kämen, sorgten nicht für den Untergang des Abendlandes. "Das machen wir schon selber". So sei es zum Beispiel für die deutsche Debattenkultur katastrophal, wenn eine Diskussion zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime nicht vernünftig stattfinden könne, erklärte Heße. (KNA)