Pedro (Peter, Petrus)

Wenn der Jesuit Petrus Claver (1580-1654) aus seinem Zimmer blickte, konnte er die mit Hunderten von Sklaven landenden Schiffe beobachten. 1610 hatte der junge Katalane seine Heimat Richtung Amerika verlassen und war in die Hafenstadt Cartagena (heute Kolumbien) gegangen. Die stark befestigte Siedlung diente damals als Haupteinfuhrhafen für afrikanische Sklaven. Deren Leid ließ Petrus keine Ruhe: 1622 unterschrieb er sein Ordensgelübde mit "Petrus Claver, Sklave der Sklaven". Den Ankommenden brachte er Nahrung und Kleidung, die Kranken pflegte er und die Verurteilten besuchte er. Mithilfe afrikanischer Übersetzer unterrichtete er Sklaven und taufte etwa 150.000 von ihnen – sehr zum Missfallen der spanischen Kolonialherren, die ihm Anstiftung zur Rebellion vorwarfen. Trotz seiner fortschreitenden Lähmung diente Petrus noch in seinen letzten Lebensjahren der schwarzen Bevölkerung als Fürsprecher und Seelsorger. Papst Leo XIII. sprach den "Apostel von Cartagena" 1888 heilig. Heute wird Petrus Clavers Gedenktag in Kolumbien als Tag der Menschenrechte begangen.