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Sunday up: Dennenesch Zoudé

Dennenesch Zoudé wird zunächst Wirtschaftskorrespondentin, obwohl sie Schauspielerin werden wollte.

Schon im Kindergarten möchte die 1966 geborene Dennenesch Zoudé nichts anderes spielen, als nur Theater. Ihre Eltern sind allerdings der Meinung, dass Schauspielerin kein vernünftiger Beruf ist. So drängen sie ihre Tochter dazu, erst einmal ein Studium zu absolvieren. 

Die Wahl-Berlinerin aus Äthiopien sucht sich das kürzeste Studium aus, das sie finden kann und lässt sich zunächst zur Wirtschaftkorrespondentin ausbilden. Ihren Wunschberuf verliert sie jedoch nicht aus den Augen. Durch einige Komparsen- und Modeljobs hält sie sich ein kleines Hintertürchen zur Schauspielkarriere offen. Nach erfolgreich bestandenem Studium erfüllt sie sich endlich ihren Traum: Sie lässt sich am Neighbourhood Playhouse und an der School of Theater in New York zur Schauspielerin ausbilden. 

Ihre Karriere beginnt 1986 mit ihrem Theaterdebüt im Stück 'Lysistrata'; von Jürgen Benecke. 1999 glänzt sie am Ernst-Deutsch-Theater in dem Hemingwaystück 'Die fünfte Kolonne'; unter der Regie von Christian Kohlund und 2002 bei den Berliner Jedermann-Festspielen in 'Jedermann'; von Brigitte Grothum. 

Als Serienschauspielerin macht sich die ehemalige Lebensgefährtin von Roger Willemsen schließlich einen Namen. Sie ist in Serien wie 'Wolffs Revier'; (1994), 'Gegen den Wind'; (1994-1996), 'Wilde Zeiten'; (1997) und seit 2000 als Deutschlands erste dunkelhäutige TV-Kommissarin Carol Reeding in 'Polizeiruf 110'; zu sehen. Aber auch in Fernsehfilmen, wie 1996 in 'Eine unmögliche Hochzeit'; von Horst Sczerba, 1998 in 'Stan Becker'; von Frank Guthke und 2003 in 'Jakobs Frauen'; von Heidi Kranz, kann sie ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen. 

Ihre ersten Leinwandauftritte starten 1993 mit den Kinofilmen 'Abschied von Agnes'; von Michael Gwisdek und 'Liebe macht Schule'; von Peter Timm. Später folgen Filme, wie 1997 'Sara Amerika'; von Roland Suso Richter, in dem sie die Titelrolle spielt und 2000 'Equilibrium'; von Kurt Wimmer. 

Dennenesch Zoudé kritisiert, dass sie als Schwarze am Anfang ihrer Karriere immer in eine bestimmte Schublade gesteckt worden ist: 'Ich wünsche mir, nicht nur auf meine Hautfarbe oder mein exotisches Aussehen reduziert zu werden.'; Während ihrer Reisen und besonders in ihrer Zeit in New York, ist ihr aufgefallen, dass auch heutzutage immer noch zwischen schwarzen und weißen Menschen getrennt wird: 'Da leben Schwarze und Weiße für sich. Auch in Deutschland ist das teilweise so. In London ist das Zusammenleben von Schwarzen und Weißen eine Selbstverständlichkeit.'; 

In Deutschland vermisst sie ferner das Gemeinschaftsgefühl und die Herzlichkeit, wie sie sie in ihrem Heimatland Äthiopien zu findet meint. In ihrer Freizeit treibt die schlanke Frau am liebsten Sport, wie Surfen, Leichtathletik und Tanzen. Die Vegetarierin unterstützt die Tierrechtsorganisation 'PeTA';.