Elf Kardinäle gegen Kasper

Eine Gruppe von elf Kardinälen hat einen Sammelband zur Familiensynode geschrieben. Das Buch soll nach Medienangaben eine kritische Auseinandersetzung mit Walter Kasper sein. Unter den Autoren sind auch Kardinäle Joachim Meisner und Paul Josef Cordes.

Familiensynode | Bonn - 21.08.2015

Eine Gruppe von elf Kardinälen wird einen Sammelband mit Beiträgen zur Familiensynode veröffentlichen. Der Band sei als kritische Auseinandersetzung mit den Thesen des emeritierten Kurienkardinals Walter Kasper zu verstehen, wie mehrere Blogs berichten. Kasper sprach sich wiederholt für eine Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion aus. Unter den Autoren finden sich auch zwei deutsche Kardinäle. Im September soll das Buch auf Deutsch erscheinen.

Herausgegeben wird das Werk vom emeritierten Kirchenrechts-Professor Winfried Aymans. Er bestätigte die prominenten Autoren, zu denen neben den emeritierten deutschen Kardinälen Paul Josef Cordes und Joachim Meisner auch der Erzbischof von Prag, Kardinal Dominik Duka, und der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Robert Sarah gehören. Gegenüber katholisch.de erklärte Aymans, im Buch gehe es darum, "im Hinblick auf die Familie vor allem seelsorgliche Fragen anzusprechen – und das im Rahmen der Tradition der Kirche".

Laut dem US-Verlag Ignatius Press, bei dem eine englische Version des Buches bereits vorbestellt werden kann, befassen sich die Beiträge unter anderem mit der Herausforderung einer guten Ehevorbereitung in einer säkularen Welt und der Situation von geschiedenen und zivil wiederverheirateten Katholiken. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Gruppe von Theologen um den US-Kardinal Raymond Leo Burke ein Buch zur Familiensynode veröffentlicht. Die Autoren verstanden ihr Werk als Kontrapunkt zu einem vielbeachteten Vortrag des deutschen Kardinals Kasper zur Theologie der Familie.

Keine Forsetzung des Burke-Buchs

Der nun erscheinende Band sei aber nicht Fortsetzung dieses Werks zu verstehen, so Aymans. Die Autoren würden die Themen aus einer anderen Perspektive betrachten. "Es geht nicht darum, jetzt noch einmal in die wissenschaftliche Diskussion einzusteigen." Im Sammelband fänden sich laut Aymans "essayhafte Beiträge" von seelsorglich erfahrenen Autoren. Bei Ignatius Press heißt es: "Die Autoren verstehen, dass Lehramt und pastoraler Dienst sich nicht widersprechen." Das Buch solle einerseits als Einführung zur anstehenden Synode dienen, aber auch ein hilfreicher Ratgeber für die Familienpastoral sein. In Deutschland wird das Buch unter dem Titel "Ehe und Familie - Pastorale Perspektiven" voraussichtlich in der zweiten Septemberhälfte bei Herder erscheinen. (kim)

14:35 Uhr: Ergänzt um die Informationen zum deutschen Titel und Verlag.

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Theorie trifft Praxis: Über zwei Jahre beraten Bischöfe und Laien im Vatikan über die "pastoralen Herausforderungen der Familie". Das ist ein höchst brisantes Thema, bei dem die Vorstellungen der Kirche und die Lebenspraxis ihrer Gläubigen zunehmend auseinanderdriften.

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