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"Ein Licht für die Heiden"

Am 2. Februar feiert die Kirche das Fest "Darstellung des Herrn" oder auch "Maria Lichtmess". Diese Tradition geht auf einen biblischen Ursprung zurück, der mit einem Besuch von Maria, Josef und ihrem Kind im Tempel zu tun hat.

2. Februar: Darstellung des Herrn | Bonn - 01.03.2015

Am 2. Februar feiert die katholische Kirche vierzig Tage nach Weihnachten das "Fest der Darstellung des Herrn". Diese Tradition geht auf biblischen Ursprung zurück: Im Alten Testament galt eine Frau vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und musste sich im Tempel einem Reinigungsritual mit Opfergaben unterziehen. Außerdem galt der erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes und musste mit einem Opfer ausgelöst werden.

Dementsprechend brachten nach dem Lukasevangelium (Lk 2,22-23) auch Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn Jesus in den Tempel, wo er von Simeon und Hanna als Erlöser erkannt wurde: "Licht, das den Heiden leuchtete", rief Simeon, weshalb bei dem im 4. Jahrhundert in Jerusalem entstandenen Fest wie im gesamten Weihnachtsfestkreis die Lichtsymbolik eine besondere Rolle spielt. Mit dieser Symbolik wird die neue Hoffnung, die durch den Gottessohn in die Welt gekommen ist, versinnbildlicht.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er-Jahren wurde der marianische Aspekt in den Vordergrund gestellt, weshalb das Fest bis heute auch als "Maria Lichtmess" bekannt ist. An der "Darstellung des Herrn" wird noch einmal an die Weihnachtszeit erinnert: Zwar schließt die "Taufe des Herrn" am Sonntag nach dem 6. Januar den Weihnachtsfestkreis, aber dieses Fest, wie auch die "Verkündigung des Herrn" am 25. März klingen weihnachtlich an. Traditionell wurden und werden am 2. Februar die Kerzen für das ganze Jahr geweiht, und häufig wird in den Gottesdiensten auch der Blasiussegen erteilt.

"Lichtemessen ist der Winter halb vergessen"

Der heilige Bischof Blasius hat der Legende nach einem Kind, das an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben gerettet. Deshalb wurde er der Fürsprecher von Menschen, die an Halskranheiten leiden. Beim Blasiussegen werden zwei gekreuzte Kerzen vor den Hals des zu Segnenden gehalten und die Worte gesprochen: "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen." Der eigentliche Festtag des Blasius ist aber der 3. Februar.

In alter Tradition ging mit "Maria Lichtmess" auch das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft zu Ende, was den Mägden und Knechten einige freie Tage und den Wechsel des Arbeitgebers ermöglichte. Rund um den 2. Februar sind außerdem auch verschiedene Bauernweisheiten entstanden. Die populärsten lauten: "Lichtemessen ist der Winter halb vergessen" und "Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Winter bald vorbei". Diese Weisheiten drücken die Vorfreude auf den Frühling aus. (gos/luk)

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