Der Schatten eines Mannes ist umrahmt vom Schatten der Gitterstäbe einer Gefängnistür.
Erzbistum Freiburg hat ehemaligen Dekan angezeigt

Betrugsverdacht: Freiburger Priester verhaftet

Er soll den Caritasverband, eine Ordensgemeinschaft und eine Kirchengemeinde betrogen haben. Jetzt sitzt ein ehemaliger Dekan und Pfarrer in Haft - unter anderem wegen Fluchtgefahr.

Mannheim - 13.12.2017

Ein Priester des Erzbistums Freiburg ist wegen Betrugsverdacht festgenommen worden. Dem ehemaligen Dekan und Pfarrer wird vorgeworfen, sich persönlich an Kirchenfinanzen bereichert zu haben, wie das Erzbistum und die Staatsanwalt Mannheim am Mittwoch bekanntgaben. Das Erzbistum hatte den Priester bereits Mitte November wegen Betrugs und Untreue zu Lasten kirchlicher Einrichtungen angezeigt.

Am Dienstag habe die Staatsanwaltschaft Mannheim dann die Diensträume des Beschuldigten durchsucht. Wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr erließ das Amtsgericht anschließend einen Haftbefehl. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Schaden in sechsstelliger Höhe. Der Geistliche soll jahrelang Scheinrechnungen einer ausländischen Firma ausgestellt und Ausgaben für karitative Zwecke vorgetäuscht haben. Auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ist an den Ermittlungen beteiligt.

Erzbischof Burger kündigte Vorgehen "mit harter Hand" an

Das Erzbistum teilte mit, dass der Festgenommene seit September krankheitsbedingt von seinen Aufgaben entpflichtet ist. Mutmaßlich geschädigt wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Caritasverband, eine Ordensgemeinschaft und eine Kirchengemeinde. Weitere Angaben zu dem Beschuldigten und den Einzelheiten machten weder die Staatsanwaltschaft noch das Erzbistum.

Der Verdacht hatte sich aus einem Bericht des Erzbischöflichen Rechnungshofs ergeben. Die Erzdiözese geht davon aus, dass der Mann Kontrollstrukturen bewusst umgangen hat. Erzbischof Stephan Burger rief alle internen Stellen auf, "konsequent und transparent vorzugehen und bedingungslos mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten". Burger kündigte ein Durchgreifen "mit harter Hand" an. Dies solle deutlich machen, dass "ein derartiges Verhalten jetzt und in der Zukunft keinen Platz in der Kirche hat". Unabhängig von den staatlichen Ermittlungen will die Erzdiözese "sobald wie rechtlich möglich ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den ehemaligen Dekan" einleiten. (rom/KNA)