Der Passauer Bischof Stefan Oster im Gespräch.
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Zölibat ist "kein Dogma"

Bischof Oster: Verheiratete Priester sind möglich

Ob Laien oder Oberhirten: Das Thema Zölibat beschäftigt die Kirche in Deutschland. Nun hat sich auch der Passauer Bischof Stefan Oster dazu geäußert. Grundsätzlich lohne es sich, für den Zölibat zu kämpfen – doch es gebe "Spielraum" in dieser Frage.

Passau - 24.03.2019

Der Passauer Bischof Stefan Oster schließt eine Veränderung der Zölibatsregeln für katholische Priester nicht aus. Es sei zwar die Lebensform Jesu und daher ein großer geistlicher Schatz, für den es sich zu kämpfen lohne, sagte Oster im Interview der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Er wolle auch die Priester, die mit der Lebensform kämpften, nicht demotivieren. Doch "wenn die allermeisten Priester sagen würden: Das ist in dieser Zeit und Gesellschaft nicht mehr lebbar, dann wird's schwierig".

Der Bischof betonte, es könne bei dieser Frage keinen Alleingang der katholischen Kirche in Deutschland geben. "Aber es könnte sich etwa abzeichnen, dass Rom in dieser Frage offener wird." Er wies auch auf die anstehende Amazonas-Synode im Oktober im Vatikan hin. Oster rechnet damit, dass dabei auch über "viri probati" diskutiert wird. Dabei handelt es sich um verheiratete "bewährte Männer", die schon lange eine Gemeinde leiten und dann auch zu Priestern geweiht werden könnten.

Mehr Spielraum als beim Thema Sexualmoral

Der Zölibat sei kein Dogma, so der Bischof. "Anders als bei der Sexualmoral ist da mehr Spielraum drin, und der Papst hat schon ermutigt, hier nach neuen Wegen zu fragen. Mit Verweis auf die Ostkirchen, wo es zölibatär lebende Priester neben verheirateten gibt, sagte Oster, dass in der Fläche die verpflichtend ehelos lebenden Priester vermutlich verschwinden würden. Diese seien dann eher im Kloster anzutreffen. "Der Bischof in der Ostkirche ist immer ein Zölibatärer, da haben sie es beibehalten, deshalb ist das auch immer ein Mönch."

Ähnlich wie Oster äußerte sich der Aachener Bischof Helmut Dieser am Wochenende zur Zukunft des Zölibats. Dieser betonte, er wolle grundsätzlich am Zölibat als Lebensform festhalten. Der Zölibat sei "keine negative Auflage, kein Zwang". Dennoch müsse die Kirche "nach geeigneten verheirateten Männern Ausschau halten", falls es irgendwann keine Priester mehr geben sollte, die die Lebensform der Ehelosigkeit wählen wollen. Dieser wies darauf hin, dass es in der katholischen Kirche bereits verheiratete Priester gebe – etwa in den Ostkirchen oder wenn ein protestantischer oder anglikanischer Geistlicher zum Katholizismus konvertiert. (mal/KNA)