Bischof Oster zur Europawahl: Kräfte wählen, die nicht spalten
Bild: © katholisch.de
Passauer Oberhirte äußert sich am Rande der BDKJ-Hauptversammlung

Bischof Oster zur Europawahl: Kräfte wählen, die nicht spalten

Die Europawahl steht an – und die jungen Menschen sollen sich daran beteiligen, fordert Jugendbischof Stefan Oster. Dabei sollen sie bedenken, welche Parteien Europa vertiefen. Das sieht auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) so.

Burg Rothenfels - 05.05.2019

Der Jugendbischof der katholischen Kirche in Deutschland, Stefan Oster, wünscht sich, dass sich viele junge Menschen an der anstehenden Europawahl beteiligen. Sie sollten am besten Kräfte wählen, die nicht spalten, sondern Europa zusammenführen und vertiefen, sagte der Passauer Bischof in einem Facebook-Interview auf der Seite des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Das Gespräch wurde am Rande der viertägigen BDKJ-Hauptversammlung geführt, die bis Sonntag auf Burg Rothenfels in Franken stattfand.

Nach Ansicht von Oster ist es wichtig, dass sich junge Menschen politisch und sozial engagieren. Gerade Christinnen und Christen hätten die Aufgabe und Herausforderung, Europa mitzugestalten, "weil wir glauben, dass christliche Wurzeln Europa ganz maßgeblich mitgeprägt haben". Das sollte nicht verloren gehen. Er hoffe, die Jugend möge Europa als einen Kontinent erfahren, der ihr viele Möglichkeiten biete, offene Grenzen sowie Begegnungen, in denen sich junge Leute formen, bilden und ausbilden ließen. Auch sollten Jugendliche Freundschaften über Grenzen hinweg schließen sowie die Schönheit und Tradition Europas kennenlernen können, so der Bischof.

Der BDKJ selbst hat auf seiner Hauptversammlung zur Wahl "pro-europäischer" Parteien bei der anstehenden Europawahl aufgerufen und seine Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung artikuliert. Der Dachverband vieler katholischer Jugendorganisationen forderte mehr Engagement für ein gerechtes, offenes, demokratischeres und junges Europa.

"Als junge Menschen denken wir über nationale Grenzen hinaus und arbeiten gemeinsam an unserem Ziel einer gelingenden europäischen Integration", erklärte Bundesvorsitzende Katharina Norpoth. Dazu gehöre auch, sozialen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. "Für uns junge Menschen sind Perspektiven für die Zukunft besonders wichtig. Dafür muss es gleiche Zugänge zu formaler und non-formaler Bildung geben", so Norpoth. Die Delegierten bekräftigten außerdem ihre Forderungen nach einer gemeinsamen Grundsicherung und einem europäischen Mindestlohn, um ein soziales und gerechtes Europa zu stärken.

Katharina Norpoth

Die BDKJ-Bundesvorsitzende Katharina Norpoth.

Zu einem gerechten Europa gehört aus Sicht des BDKJ auch, dass die Europäische Union ihre Verantwortung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens wahrnimmt. Die hohe Bedeutung des Themas für junge Menschen werde aktuell durch die Bewegung "fridays for future" deutlich, betonte BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener: "Ein gerechtes Europa hält Klimaziele ein. Gerecht heißt eben nicht auf Kosten kommender Generationen oder auf Kosten der Schöpfung zu leben."

Bei der BDKJ-Hauptversammlung vertreten über 100 Delegierte die 660.000 Mitglieder in den 17 katholischen Jugendverbänden und 26 Diözesanverbänden. (mal/KNA)