Bistum Limburg kündigt weitere Pfarreifusionen an
Im Jahr 2023 soll es noch 49 Großpfarreien geben

Bistum Limburg kündigt weitere Pfarreifusionen an

Der Prozess der Bildung von Großpfarreien ist im Bistum Limburg seit Jahren in vollem Gang. Nun kündigte die hessische Diözese weitere Pfarreifusionen an. Am Ende des Prozesses sollen statt einst 308 Pfarreien noch 49 Großpfarreien übrig bleiben.

Frankfurt/Limburg - 09.01.2019

Im Bistum Limburg ist der Prozess der Bildung von Großpfarreien in den vergangenen zehn Jahren rasant fortgeschritten. "Im Jahr 2009 gab es im Bistum Limburg insgesamt 308 Pfarreien, heute sind es 86 Pfarreien", sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Von diesen 86 Pfarreien seien 42 bereits Pfarreien "neuen Typs", also Großpfarrerien, die aus mehreren katholischen Kirchengemeinden gebildet worden sind, und 44 Pfarreien "alten Typs", die noch in größere Einheiten zusammengefasst werden.

Am Ende dieses Konzentrationsprozesses, der bis 2023 veranschlagt ist, werde es insgesamt 49 Großpfarreien im Bistum Limburg geben, so Schnelle. Das Bistum nennt diese Großpfarreien auch "Pfarreien neuen Typs", weil sie ein vielfältiges "Netzwerk" mit verschiedenen Knotenpunkten wie der Gemeinde am Ort, Kitas, Hospizen oder Caritaseinrichtungen darstellten.

"Für viele Leute ist das eine sehr emotionale Sache"

Ein Beispiel für den rasanten Konzentrationsprozess bei den katholischen Kirchengemeinden, der mit den sinkenden Mitgliederzahlen, dem Priestermangel und einer Neuausrichtung der Seelsorge zu tun hat, ist die Stadt Frankfurt. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) wurden hier in den vergangenen Jahren aus einstmals 42 katholischen Pfarreien im Stadtgebiet mittlerweile 8 Großpfarreien geformt, eine neunte soll noch bis 2023 folgen.

Der Weg dahin sei nicht einfach gewesen. "Für viele Leute ist das eine sehr emotionale Sache", sagte Hans-Dieter Adam, Bezirksreferent der Stadtkirche in Frankfurt, der Zeitung. Es gebe Ängste, aber auch Chancen. So könnten dank größerer Verbünde manche Angebote erhalten bleiben, die in kleineren Strukturen längst hätten aufgegeben werden müssen, zum Beispiel in der Jugendarbeit. Manche Gläubige vermissten aber auch einfach den einen Pfarrer, der sie in vertrautem Kirchenumfeld wie bislang durch ihr Leben begleite. Sie sorgten sich, dass nun alles noch größer, anonymer und weniger überschaubar werde. Pfarrer sollen daher nach und nach durch Verwaltungsleiter und Kita-Koordinatoren entlastet werden, um sich mehr auf die Seelsorge konzentrieren zu können, so Adam. (KNA)