Kardinal Lehmann im Profil, er lacht.
Zum 80. Geburtstag: Prominente würdigen Kardinal Karl Lehmann

"Ein hoch spannender Typ"

Zahlreiche Prominente haben Kardinal Karl Lehmann am Samstag zu dessen 80. Geburtstag am Pfingstmontag gratuliert - darunter Kardinal Reinhard Marx, Kanzlerin Angela Merkel und Fußballtrainer Jürgen Klopp.

Von Steffen Zimmermann |  Mainz - 14.05.2016

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigte Lehmann als "Theologen und Menschenfreund, der die Kirche unseres Landes nachhaltig geprägt hat". Mit einer positiven Grundeinstellung habe Lehmann die Herzen der Menschen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bewegt; bis heute sei er ein Gesprächspartner für Päpste und Politiker, Wissenschaftler und Menschen von nebenan geblieben. "Der Bischof Karl Lehmann hat in seinem Bistum und bei ungezählten Möglichkeiten auf der halben Welt den Glauben verkündet und gezeigt, dass der Christ ein fröhlicher Mensch ist, der ebenso herzlich lachen kann wie er selbst, ohne dabei die Tiefe der Botschaft zu verwässern", so Marx weiter. Lehmann habe darüber hinaus auch mehr als 20 Jahre lang als Vorsitzender die Bischofskonferenz geprägt. "Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet für sein oft über die persönliche Belastungsgrenze hinausgehendes Engagement", betonte Marx, der Lehmann als "wirklichen Mitbruder und Weggefährten" bezeichnete.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drückte in einem Grußwort ihre Wertschätzung für Lehmann aus. Der Kardinal haben "in seinem beharrlichen Einsatz für das Wohl von Kirche und Gesellschaft" nicht allein mit einem breiten theologischen Wissen zu überzeugen gewusst. "Es waren  auch sein Humor, seine Menschenfreundlichkeit und ehrliche Offenheit gegenüber  neuen Entwicklungen, womit er christlichen Positionen Achtung und Respekt verschaffte und etliche Male verschiedene Auffassungen miteinander versöhnte", so die Bundeskanzlerin.

Linktipp: Ein "Glücksfall" nimmt Abschied

Die Treue zum Glauben und die Treue zu den Menschen gehören für ihn zusammen. Und auch Glaube und Vernunft schließen sich in seinen Augen nicht aus: Kardinal Karl Lehmann. Nun wird der Brückenbauer und Mann des Dialogs 80 - und nimmt Abschied. An seinem Geburtstag, dem Pfingstmontag, wird er als Bischof von Mainz zurücktreten. Ein Porträt.

Als "großen Brückenbauer" bezeichnete die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den scheidenden Mainzer Bischof. Sein Wirkkreis reiche weit über die katholische Kirche und die deutsche Gesellschaft hinaus. "Er inspiriert Menschen durch sein Vorbild. Mit viel Menschlichkeit, Humor, Standfestigkeit und einer großen Persönlichkeit verkörpert er christliche Werte und pflegt einen konstruktiven Austausch zwischen Kirche und Politik", schrieb Dreyer.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nannte Lehmann in der Sonderbeilage einen leidenschaftlichen Seelsorger und glaubwürdigen Repräsentanten seiner Kirche. "Nie belehrend, sondern lehrend, nicht verurteilend, sondern verbindend - stets geschätzter Partner auch der Politik."

Bild: © Bistum Mainz

Als "leidenschaftlichen Brückenbauer" würdigte der Mainzer Weihbischof Udo Bentz Kardinal Lehmann.

"In die Mitfreude über das Geburtstagsjubiläum mischt sich aufrichtiges Bedauern über die Emeritierung vom Bischofsamt", so der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Lehmann, der auch Mainzer Ehrenbürger ist, sei eine hochgebildete, in herausfordernden Zeiten Orientierung gebende Persönlichkeit, die stets auch durch ihre Warmherzigkeit und Empathie als Mensch zu überzeugen wisse.

Als "leidenschaftlichen Brückenbauer" würdigte der Mainzer Weihbischof Udo Bentz den Kardinal. "Er ist ein Baumeister geistlicher Brücken zwischen den pluralen Kräften unserer Kirche und theologisch belastbarer Brücken zwischen den Konfessionen, vor allem aber ein Baumeister dialogischer Brücken zwischen Kirche und säkularer Gesellschaft."

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, schrieb: "Ich schätze Bischof Karl Kardinal Lehmann sehr - als herausragenden Theologen und Seelsorger im wahren Sinne. Er ist ein mutiger, beherzter und konsequent konservativer Vordenker, der für Menschlichkeit und Offenheit steht." Der Dialog zwischen Christen und Juden als geschwisterlichen Religionen sei für Lehmann eine Bereicherung. "Menschen wie er sind ein Segen für die Katholische Kirche und die Welt", betonte Knobloch.

Als "Profi" am richtigen Ort bezeichnete Fußballtrainer Jürgen Klopp den scheidenden Bischof von Mainz. Bei einem gemeinsamen Gespräch habe er, so Klopp, gemerkt, "wie unfassbar intelligent, freundlich, zugewandt, empathisch dieser Mensch hinterm Amt  ist". Lehmann sei "ein hoch spannender Typ, der auch noch witzig ist". Die Begegnung mit dem Kardinal sei für sein Leben menschlich eines der beeindruckendsten Erlebnisse gewesen. "Ich  kann  nur  sagen: Da verliert die Kirche einen großen Mann", so Klopp, der einst Trainer des FSV Mainz 05 war und derzeit den FC Liverpool trainiert. Klopp lud Lehmann "herzlich" an seine neue Arbeitsstätte ein: "Er sollte  unbedingt  mal  nach  Liverpool  kommen, er muss das erleben. Er ist hiermit von mir herzlich eingeladen".

Linktipp

Hier finden Sie die Sonderbeilage der "Rhein Main Presse", in der neben den Grußworten noch weitere interessante Geschichten rund um Kardinal Karl Lehmanns Leben und Amtszeit als Mainzer Bischof abgebildet sind. Die "Rhein Main Presse" ist ein Verbund mehrerer Tageszeitungen, zu dem unter anderem die "Allgemeine Zeitung" aus Mainz und der "Wiesbadener Kurier" gehören.

Von Steffen Zimmermann