Erstmals Bischofsweihe bei "Christ-Katholischer Kirche" in Deutschland
Abspaltung der Altkatholiken gründete sich 2012

Erstmals Bischofsweihe bei "Christ-Katholischer Kirche" in Deutschland

Sie haben sich von den Altkatholiken abgespalten, weil sie gegen die Ordination von Frauen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sind: Jetzt bekommt die "Christ-Katholische Kirche" ihre ersten Bischöfe.

Einsbach/Urspringen - 14.05.2019

Gegendarstellung

Auf dem Onlineportal katholisch.de sind in dem Beitrag unter der Überschrift "Erstmals Bischofsweihe bei "Christ-Katholischer Kirche" in Deutschland", ursprünglich verlinkt auf der Titelseite sowie auf der Seite Aktuelles > Aktuelle Artikel (unrichtige) Behauptungen, die meine Weihe zum Bischof und damit meine Person betreffen, enthalten.

Im Beitag heißt es unter Bezugnahme auf eine angeblich vorliegende Stellungnahme der Union von Scranto, diese distanziere sich "ausdrücklich von den geplanten unkanonischen 'Bischofsweihen'".

a) Unwahr ist die Tatsache, dass die durchgeführten Weihen "unkanonisch" gewesen sein sollen.
b) Wahr ist, dass die Weihen von Bischof Mass und mir am 19.05.2019 nachweislich dem Kanon entsprachen.

Karlstadt, 25.05.2019

Thomas Doell

Die Meldung:

Die 2012 in München gegründete "Christ-Katholische Kirche" (CKK) in Deutschland erhält erstmals einen Bischof und einen Weihbischof. Die Weihe, die durch Bischöfe "befreundeter Kirchen" vorgenommen wird, findet am 19. Mai in der Schlossparkhalle im unterfränkischen Urspringen statt. Das teilte die Kirche im oberbayerischen Einsbach mit. Mit diesem Schritt werde die seit sieben Jahren laufende Aufbauphase abgeschlossen.

Zum Bischof geweiht wird der bisherige Generalvikar Klaus Mass. Er wurde 1970 in Verden an der Aller geboren und trat nach dem Abitur in den Karmeliterorden ein. Es folgte ein Studium der katholischen Theologie in Würzburg und Rom sowie später auch der altkatholischen Theologie in Bonn. Nach seiner Priesterweihe 2000 war er für die Priesterausbildung der unbeschuhten Karmeliten in Deutschland zuständig. Aufgrund seiner Eheschließung wechselte Mass in die altkatholische Kirche. 2012 wurde der Vater zweier Kinder Generalvikar der neuen CKK.

Als Weihbischof ist Thomas Doell vorgesehen. Der Sohn eines Landwirts aus Unterfranken studierte ebenfalls Theologie in Würzburg und trat dann die altkatholische Kirche ein. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Starke Impulse für Mission und Gemeindeaufbau habe er durch den US-Amerikaner Robert H. Schuller (Hour of Power) erhalten, heißt es. Mass und Doell seien von ersten Synode der Kirche, die im November 2018 in München tagte, in die jeweiligen Ämter gewählt worden.

Union von Scranton distanziert sich

Bei der CKK handelt es sich um eine kleine Abspaltung von der altkatholischen Kirche. 2011 hatte sich eine Gruppe von etwa 25 Personen um die Abtei Sankt Severin in Kaufbeuren (Allgäu) von dieser getrennt, hinzu kamen ehemalige altkatholische Pfarrer aus Regensburg und Frankfurt. 2012 fanden sie unter dem Dach der Union von Scranton, zu der auch die Nordisch-Katholische Kirche gehört, zunächst die Möglichkeit, sich neu zu organisieren. Seit Juni 2018 gehört die CKK um Mass und Doell allerdings nicht mehr zur altkatholischen Union von Scranton. Der Bischof der Nordisch-Katholischen Kirche hatte Mass mit Zustimmung des Erzbischofs der Union von Scrantons als Generalvikar ihrer deutschen Administratur seines Amtes enthoben und vom Klerikeramt suspendiert. Die Union von Scranton distanziere sich daher auch "ausdrücklich von den geplanten unkanonischen 'Bischofsweihen'", heißt es in einer Stellungnahme vom Mittwoch, die katholisch.de vorliegt. 

Die CKK lehnt die 1996 bei den Altkatholiken eingeführte Ordination von Frauen zum Priesteramt sowie die seit einigen Jahren praktizierte Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ab. Stattdessen betonen sie die Gemeinsamkeiten mit der römisch-katholischen Kirche. (bod/KNA)

15.05.2019, 15.47 Uhr: aktualisiert um die Stellungnahme der Union von Scranton