Die drei Hirtenkinder, Lucia dos Santos (M), die später Nonne wurde, ihr Cousin Francisco und ihre Cousine Jacinta, aufgenommen 1917 bei Fatima (Portugal). Ihnen war in diesem Jahr die Jungfrau Maria erschienen.
Dieb versteckte sich in Kirche

Italien: Reliquien der Fatima-Seherkinder gestohlen

Kurz vor einem Gottesdienst bemerkte ein italienischer Pfarrer, dass seine Kirche Opfer eines Diebstahls geworden war: Zwei Männer hatten Reliquien der Seherkinder aus Fatima gestohlen. Mit einem der Diebe hatte der Pfarrer zuvor sogar gesprochen.

Verona - 31.05.2019

In Verona sind Reliquien von den beiden Fatima-Sehern Jacinta und Francisco Marto gestohlen worden. Die Aufzeichnungen von Überwachungskameras legen den Verdacht nahe, dass zwei Männer den Diebstahl begangen haben, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Donnerstag. Der Pfarrer der Kirchengemeinde "Gesu Divino Salvatore", in der die Reliquien ausgestellt waren, zeigte sich über die am Mittwoch verübte Tat schockiert. "Hier ist so etwas noch nie passiert. Ein Diebstahl dieser Art ist wirklich seltsam, besonders wenn man den geringen finanziellen Wert der Gegenstände bedenkt", sagte Andrea Ronconi.

"Höchstwahrscheinlich hat sich eine der beiden Personen vor Mittag in der Kirche versteckt", so der Pfarrer weiter. Der andere Dieb habe gemeinsam mit dem Priester die Kirche vor der Tat verlassen und sogar mit ihm gesprochen. "Er war sicher kein Italiener", gab Ronconi an, der das Gotteshaus zur Mittagszeit zudem selbst verschlossen hatte. Er bemerkte das Fehlen der Reliquien sowie der Krone und des goldenen Rosenkranzes einer in der Kirche ausgestellten Madonnen-Statue erst am frühen Nachmittag, kurz vor der Feier eines Requiems. Die Marienskulptur ist eine von zwölf Exemplaren, die jedes Jahr vom Marien-Heiligtum in Fatima zu Reisen in alle Welt ausgesandt werden. Bei den Reliquien der Seher handelt es sich um kleine Stoffteile von Kleidungsstücken der beiden Kinder. Sie sind Reliquien zweiter Klasse, also Gegenstände, die Heilige zu ihren Lebzeiten berührt haben sollen.

Den drei Hirtenkindern Jacinta und Francisco Marto sowie Lucia dos Santos ist nach Überzeugung der Kirche im Jahr 1917 mehrfach die Gottesmutter Maria erschienen. Der Ort der Erscheinungen, das kleine portugiesische Dorf Fatima, entwickelte sich in den nachfolgenden Jahren zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit. Papst Franziskus sprach die beiden Marto-Geschwister am 13. Mai 2017, genau 100 Jahre nach der ersten Marienerscheinung, bei einem Besuch in Fatima heilig. (rom)