Kölner City-Pfarrer: Weniger "Prinzip Thermoskanne" in der Kirche
Klares Bekenntnis zur Ökumene

Kölner City-Pfarrer: Weniger "Prinzip Thermoskanne" in der Kirche

Die Kirche muss sich erneuern und die Sprache der Menschen sprechen – das glaubt der Kölner City-Pfarrer Dominik Meiering. Er spricht sich für neue Gemeindeformen, mehr Spiritualität und weniger kircheninterne Wohlfühl-Atmosphäre aus.

Köln - 11.02.2019

Der leitende Pfarrer der Kölner City, Dominik Meiering, hat sich für eine Erneuerung des kirchlichen Lebens ausgesprochen. "Für unser Leben als Kirche gilt derzeit leider noch allzu oft, was kürzlich ein Gesprächspartner als 'Prinzip Thermoskanne' bezeichnet hat: Nach innen schön warm, aber keine Ausstrahlung nach außen", sagte Meiering dem Kölner Stadt-Anzeiger am Montag. Der 49-Jährige sprach sich für alternative Gemeindeformen, ein "Netzwerk Spiritualität" und neue Modelle von Gastfreundschaft aus.

Dreifacher Verlust der Kirche

Zwar sehe sich die Kirche mit einem dreifachen Verlust "an Motivation, an Vertrauen und Glauben" konfrontiert. Doch trotzdem müsse sie wegen hoher Nachfrage in Köln an der Schaffung neuer kirchlicher Kindertagesstätten und einem Konzept zur touristischen Erschließung der romanischen Kirchen arbeiten, forderte Meiering. Die Ansprüche an die Kirche seien nach wie vor hoch. Auch deshalb sprach sich der ehemalige Kölner Generalvikar für ökumenische Zusammenarbeit aus: "Für mich ist es absolut undenkbar, dass wir uns in einer konfessionellen Wagenburg verschanzen. Wir müssen uns aufeinander zu bewegen und gemeinsame Wege gehen."

Zudem verteidigte Meiering die Zusammenlegung aller Kölner Innenstadtpfarreien. Dennoch kritisierte er den Begriff "Sendungsraum": "Wenn die mehr oder weniger kirchenferne Stadtgesellschaft in Köln unser Dasein als Kirche als wertvoll und relevant erkennen soll, müssen wir eben auch die Sprache der Welt sprechen und keinen formelhaften Kirchendialekt." Es sei jedoch zu begrüßen, dass in den 26 Kirchen "nicht mehr jeder für sich allein brasselt und herumbastelt". Meiering leitet seit September vergangenen Jahres den "Sendungsraum Köln-Mitte". Zuvor war er von 2015 bis 2018 Generalvikar des Erzbistums Köln. (rom)