Im Gegenlicht eines Fensters sieht man nur die reflektierenden Brillengläser und die vor der Brust nach oben gehobenen Hände eines Menschen.
Russland-Missionarin folgt auf verstorbene Mitgründerin

Leitung des Neokatechumenats wieder vollständig

Erstmals gehört dem Leitungsgremium des Neokatechumenalen Wegs eine Frau an, die nicht an der Gründung beteiligt war. Für Gründer Kiko Argüello ist es eine Wahl "ad experimentum".

Porto San Giorgio - 06.02.2018

Die Leitung des Neokatechumenalen Wegs ist wieder komplett: María Ascensión Romero ist das neue Mitglied des "Internationalen Verantwortlichen-Teams" der Bewegung. Es sei "eine Wahl ad experimentum", sagte Gründer Kiko Argüello am Freitag bei einem Treffen im italienischen Porto San Giorgio, wie das Online-Portal "Religion en Libertad" berichtete. Mit Romero gehört dem Leitungsgremium erstmals eine Person an, die nicht an der Gründung beteiligt war.

Der Neokatechumenale Weg wurde 1964 in Madrid gegründet. Er wird zu den Neuen Geistlichen Gemeinschaften gerechnet,  versteht sich selbst jedoch nur als eine Methode der Neuevangelisierung. Gruppen des Neokatechumenats siedeln sich mit der Zustimmung von Ortsbischof und Pfarrer in Kirchengemeinden an und wollen durch Katechese und Gottesdienst zu einer vertieften Glaubenserfahrung führen. Die Bewegung steht seit ihrer Gründung wegen des Personenkults um den Gründer Argüello, eine mangelnde Kooperation mit den Ortsgemeinden und liturgische Sonderformen in der Kritik. Dem Neokatechumenat gehören nach eigenen Angaben etwa 30.000 Gemeinschaften in mehr als 120 Ländern an.

Papst Benedikt XVI. traf im Januar 2012 die Leitung des "Neokatechumenalen Wegs": P. Mario Pezzi (l.), Gründer Kiko Argüello (m.) und Co-Initiatorin Carmen Hernández (r.).

Neben dem Gründer des Neokatechumenats Argüello und dem italienischen Priester Mario Pezzi, war bis zu ihrem Tod 2016 auch die Spanierin Carmen Hernández Mitglied des drei Personen umfassenden Leitungsgremiums gewesen. Hernández ist neben dem spanischen Künstler die Co-Initiatorin des Neokatechumenats. Bei der Wahl Romeros könne es sich deshalb nicht "um einen Ersatz für Carmen" handeln, sagte Argüello vor Mitgliedern der Bewegung. Die Neubesetzung sei gemäß der Statuten der Bewegung vom vatikanischen Dikasterium für Laien, Familie und Leben genehmigt worden.

Die Spanierin Romero ist 57 Jahre alt und lebte 25 Jahre als Missionarin des Neokatechumenats in Russland und Kasachstan. Die Lehrerin sei eine "einfache Frau mit starkem Glauben; eine von den Personen, die sich ohne Bedingungen für den Glauben einsetzen", so Ángel Saenz Ojuel, ein Mitglied der Bewegung aus Romeros Heimatstadt Soria. (rom)