Papst Franziskus empfängt US-Präsident Donald Trump zu einer Privataudienz
Kindesmissbrauch sei "sehr traurige Geschichte"

Missbrauchskrise: Trump lobt Papst Franziskus

Mitten im Missbrauchsskandal in der Kirche der USA hat Papst Franziskus unerwartete Unterstützung erhalten: Präsident Donald Trump lobte den Pontifex für sein Krisenmanagement.

Washington - 06.09.2018

US-Präsident Donald Trump hat Papst Franziskus für sein Verhalten in der Missbrauchskrise gelobt. Das Kirchenoberhaupt bewältige die Enthüllungen von sexuellem Missbrauch "so gut wie man es nur machen kann", sagte er der Zeitung "The Daily Caller" am Donnerstag. Den Kindesmissbrauch durch Geistliche in den USA nannte Trump eine "sehr traurige Geschichte". Er achte die katholische Kirche sehr, so der US-Präsident. Die aufgedeckten Missbrauchsfälle hätten aber große negative Auswirkungen für die Kirche.

Auf die Frage, ob einige US-Bischöfe zurücktreten sollten, antwortete Trump nicht. Über die Missbrauchsvorwürfe gegen den früheren Washingtoner Erzbischof Theodore McCarrick (88) äußerte sich Trump überrascht. Diese Nachrichten seien "unglaublich", da McCarrick sehr bekannt gewesen sei. Das alles sei "verheerend für die katholische Kirche".

Seit seiner Wahl zum US-Präsidenten war Trump vom Papst mehrfach kritisiert worden. 2016 nannte Franziskus den Plan Trumps, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, "nicht christlich". Im vergangenen Jahr trafen sich beide erstmals persönlich. Der US-Präsident bezeichnete damals die 30-minütige Audienz im Vatikan als "große Ehre". (rom/KNA)