München, Kirche, Liebfrauendom
Laien lösen Generalvikar als obersten Verwaltungschef ab

Münchner Ordinariat soll nicht mehr von Priester geleitet werden

Das Erzbistum München und Freising will eine tiefgreifende Veränderung seiner Leitungsebene vollziehen: Nicht mehr der Generalvikar, sondern ein Laie soll künftig Verwaltungschef sein. Frauen ausdrücklich erwünscht.

München - 26.11.2018

Das Ordinariat des Erzbistums München und Freising soll künftig von einer Frau oder einem Mann aus dem Laienstand geleitet werden. Der Reformbedarf in der Kirche sei hoch, die Diözese wolle deshalb eine weitgehende Veränderung auf ihrer Leitungsebene vollziehen, teilte das Erzbistum am Montag mit. Die Entscheidung habe der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, zum Auftakt einer Klausurtagung der Ordinariatskonferenz und des Bischofsrates zur Zukunft der Erzdiözese am späten Sonntagabend in Rom mitgeteilt, hieß es weiter.

Amtschef und Generalvikar

Bislang fungiert – wie es in der katholischen Kirche allgemein üblich ist – ein geweihter Priester im Amt des Generalvikars sowohl als Vertreter des Erzbischofs als auch als oberster Chef des Erzbischöflichen Ordinariats. Dieses Amt und die damit verbundenen Aufgaben und Funktionen sollen künftig aufgeteilt werden: Ein "Amtschef" werde die operative Verwaltungstätigkeit eigenständig leiten, ein Priester als Generalvikar werde sich um thematische, inhaltliche und theologische Fragen kümmern, hieß es weiter. Letzterer wird nach Bistumsangaben zwar eine dienstliche Aufsicht über den Chef des Ordinariats ausüben, aber nicht dessen Vorgesetzter in Fragen der Verwaltung sein.

Marx und der bisherige Generalvikar Peter Beer wollen mit dieser Reform die Laufbahnentwicklung für Frauen und Männer im Laienstand erweitern und Karrierechancen eröffnen, hieß es zur weiteren Begründung. Ziele seien zudem eine weitere Professionalisierung im Bereich der Verwaltung und der Abbau von einseitiger Konzentration der Macht auf Priester.

Die Stelle des Amtsleiters soll ab sofort näher beschrieben und im 1. Quartal des Jahres 2019 ausgeschrieben werden. Zum 1. Januar 2020 sollen beide Spitzenpositionen dann neu besetzt sein. Der bisherige Amtsinhaber Beer werde danach eine neue Aufgabe übernehmen. (tmg)