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Aufruf zur Teilnahme an Europawahl am 26. Mai

Ostdeutsche Bischöfe: Aus christlichem Glauben heraus Stimme abgeben

Bei allen Schwächen sei die Europäische Union eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft: Die ostdeutschen Bischöfe rufen zur Teilnahme an der Europawahl auf - und haben dabei eine Bitte an die Gläubigen ihrer Diözesen.

Berlin - 15.05.2019

Die Bischöfe der fünf ostdeutschen Bistümer haben in einer gemeinsamen Erklärung zur Teilnahme an der Europawahl am 26. Mai aufgerufen. "Wir Bischöfe bitten besonders die Gläubigen unserer Bistümer darum, sich zu informieren und aus dem Geist christlichen Glaubens ihre Stimme abzugeben", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf von Erzbischof Heiner Koch (Berlin) und den Bischöfen Gerhard Feige (Magdeburg), Wolfgang Ipolt (Görlitz), Ulrich Neymeyr (Erfurt) und Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen). Es sei entscheidend, dass "so wichtige europäische Projekt" gerade in der heutigen Zeit nicht aufs Spiel gesetzt oder aufgegeben werde, so die Oberhirten. Deshalb sei es entscheidend, dass die europäischen Bürger zur Wahl gingen.

In ihrem Aufruf betonen die Bischöfe die große Bedeutung der Europäischen Union. Diese sei bei allen Schwächen "nach den Schrecken und Gräueltaten des vergangenen Jahrhunderts eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft". Davon hätten auch die Kirchengemeinden und andere kirchliche Einrichtungen profitiert, etwa durch die Finanzierung der freiwilligen Dienste bei der Caritas, die Förderung von Bildungs- und Strukturmaßnahmen im ländlichen Raum oder durch finanzielle Beiträge zum Erhalt von Kirchen und Denkmälern. "Vor allem aber verdanken wir der Europäischen Union eine deutliche Erleichterung des Austauschs und eine Steigerung des Miteinanders der Menschen und Völker in Europa, die auch für uns als katholische Kirche in unserer grenzüberschreitenden Ausrichtung eine große Erleichterung darstellt und unsere Gemeinden durch das Miteinander verschiedener Katholiken aus unterschiedlichen Gebieten Europas bereichert hat", erklärten die Bischöfe. (stz)

Der Aufruf der Bischöfe im Wortlaut

Aufruf der (Erz-)Bischöfe der ostdeutschen (Erz-)Diözesen zur Europawahl am 26. Mai 2019

Der Mauerfall vor 30 Jahren machte Deutschland wieder zu einem geeinten Land. Die Wiedervereinigung führte auch dazu, dass die ostdeutschen Bundesländer ohne große und langwierige Aufnahmeverfahren Teil der Europäischen Union wurden. Die Europäische Union, sicher auch mit ihren Schwächen und ihrem Entwicklungspotenzial, ist nach den Schrecken und Gräueltaten des vergangenen Jahrhunderts eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft. Auch unsere Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände haben hiervon sehr profitiert, sei es durch die Finanzierung der freiwilligen Dienste bei unserer Caritas, die Förderung von Bildungs- und Strukturmaßnahmen im ländlichen Raum oder durch wichtige finanzielle Beiträge zum Erhalt unserer Kirchen und Denkmale. Vor allem aber verdanken wir der Europäischen Union eine deutliche Erleichterung des Austauschs und eine Steigerung des Miteinanders der Menschen und Völker in Europa, die auch für uns als katholische Kirche in unserer grenzüberschreitenden Ausrichtung eine große Erleichterung darstellt und unsere Gemeinden durch das Miteinander verschiedener Katholiken aus unterschiedlichen Gebieten Europas bereichert hat.

Es ist entscheidend, dass dieses so wichtige europäische Projekt gerade in der heutigen Zeit nicht aufs Spiel gesetzt, oder aufgegeben wird und scheitert. Es ist entscheidend, dass die europäischen Bürgerinnen und Bürger am nächsten Sonntag zur Wahl gehen. Wir Bischöfe bitten besonders die Gläubigen unserer Bistümer darum, sich zu informieren und aus dem Geist christlichen Glaubens ihre Stimme abzugeben.

Genauso wichtig wie das europäische Projekt ist die Gestaltung unserer konkreten Lebenswelt vor Ort. So danken wir allen, die sich am kommenden Sonntag um ein kommunales Mandat bemühen. Sie zeigen, dass ihnen ihre Heimat nicht egal ist. Sie wollen die Zukunft mitgestalten und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Unterstützen wir die Mandatsträger bei diesem Engagement. Machen wir von unserem Wahlrecht verantwortungsbewusst Gebrauch.

Erzbischof Dr. Heiner Koch, Erzbistum Berlin

Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg

Bischof Wolfgang Ipolt, Bistum Görlitz

Bischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bistum Erfurt

Bischof Heinrich Timmerevers, Bistum Dresden-Meißen