Twitter will härter gegen Beleidigungen von Religionen vorgehen
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Update der Verhaltensregeln des Sozialen Netzwerks

Twitter will härter gegen Beleidigungen von Religionen vorgehen

"Plage", "Krankheit", "Ungeziefer": Auf Twitter konnte bisher fast ungehindert Hass gegen Religionsgemeinschaften geschürt werden. Dagegen will der Kurznachrichtendienst mit strengeren Regeln vorgehen. Das hatten tausende Nutzer gefordert.

San Francisco - 10.07.2019

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat angekündigt, strenger gegen entmenschlichende Sprache gegenüber religiösen Gruppen vorgehen zu wollen. Dafür weite man die eigene Definition von "Hate speech" aus, um auch gegen "Sprache, die andere Nutzer aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit herabwürdigt" vorgehen zu können, schreibt das Unternehmen am Dienstag auf seiner Homepage.

Die Neuerung erlaube nun, gegen Postings vorzugehen, die ganze Religionsgemeinschaften zum Ziel haben. Twitter führt auf seiner Homepage drastische Beispiele dafür an, in denen von Religionsgruppen pauschalisierend und menschenverachtend als "Ratten, die auszurotten seien", "Viren, die ein Land krank machen" oder "Maden" die Rede ist. Solche Tweets würden von nun an gelöscht und Accounts, die diese Botschaften verbreiten, gesperrt.

Bisher wurden lediglich Postings gelöscht oder Nutzer gesperrt, die Einzelpersonen aufgrund ihrer Religion beleidigt hatten. "Wenn jemand aufgrund seiner religiösen Zugehörigkeit oder einer anderen Charaktereigenschaft direkt und entmenschlichend angegangen wurde, war und ist das ein Verstoß (gegen die Twitter-Richtlinien, Anm. d. Red.)", sagte ein Sprecher des Unternehmens der Tageszeitung Huffington Post am Dienstag.

Für seine neuen Richtlinien hatte Twitter letztes Jahr eine weltweite Umfrage durchgeführt. Binnen zwei Wochen seien über 8.000 Einsendungen aus über 30 Ländern eingegangen, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Die Hauptforderungen der Nutzer seien "klarere Richtlinien, dafür, was als 'Hate speech' gilt und was nicht" und ein "konsequenteres Durchgreifen gegen Verstöße" gewesen. Es sei jedoch auch darauf aufmerksam gemacht worden, dass manche Formulierungen abhängig vom Kontext, in dem sie verwendet werden, zu ahnden seien: "Viele Menschen wollen von Hass getrieben Gruppierungen deutlich, jederzeit und ohne Angst anprangern." Während andere Nutzer wiederum ihre Fans, Freunde oder Follower scherzhaft oder liebevoll als "Monster" betitelten. (cst)