"Wir können keine Worte finden"
Gedenkfeier für Tote und Verletzte nach Amoklauf in Graz

"Wir können keine Worte finden"

Bei einer ökumenischen Gedenkfeier in Graz haben rund 600 Menschen der Toten und Verletzten des Amoklaufs gedacht. Unter den Trauernden waren der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl, der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen.

Graz - 21.06.2015

Bei einem Amoklauf in der Grazer Innenstadt waren am Samstagvormittag mindestens drei Menschen gestorben und 34 Personen teils schwer verletzt worden. Einige der Verletzten schweben nach Angaben der Polizei weiter in Lebensgefahr. Der 26-jährige Täter war mit einem Geländewagen durch die Fußgängerzone gerast und hatte wahllos Passanten überfahren. Zudem unterbrach er seine Fahrt nach Polizeiangaben, um ein Paar mit einem Messer zu attackieren. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer nannte die Tat "nicht erklärbar und unentschuldigbar".

Bischof Krautwaschl schwer erschüttert

Bischof Krautwaschl zeigte sich nach der Tat schwer erschüttert. "Wir können für das keine Worte finden, was heute in der Innenstadt von Graz passiert ist. Stehen wir auch in diesen schweren Stunden zusammen. Unsere Gedanken und Gebete gelten jenen, die von diesem Anschlag betroffen sind und jenen, die helfend vor Ort sind", zitierte die Presseagentur Kathpress aus einer ersten Stellungnahme des Bischofs von Graz-Seckau.

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, kann eine politische oder extremistische Tat "absolut" ausgeschlossen werden. Es handele sich vermutlich um die Aktion eines "geistig verwirrten" Einzeltäters. Der junge Mann, der verheiratet sei und zwei Kinder habe, sei zuvor bereits als gewaltbereit in Erscheinung getreten. Die genauen Hintergründe für die Tat seien jedoch weiterhin unklar. Der Täter hatte sich nach Angaben der Einsatzkräfte nach seiner Amokfahrt in einer Polizeidirektion gestellt. (KNA)