Ostern: Das Fest der Auferstehung

Ostern: Das Fest der Auferstehung

Ostern ist das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht zwischen Karsamstag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi. Rund um das Osterfest gibt es zahlreiche Bräuche und Riten. Das Dossier informiert über Ostern und die Auferstehung.

Ostern: Der höchste Feiertag

Ostern ist vor Pfingsten und Weihnachten der höchste Feiertag der Katholischen Kirche. An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Ostern gehört zu den beweglichen Feiertagen und ist abhängig vom Frühlingsvollmond – infolgedessen verändert sich das Datum des alljährlichen Osterfestes, es findet jedoch immer im März oder April statt. Christen wie Nicht-Christen verbinden mit Ostern die Freude auf den Frühling, auf Licht und Wärme. Diese Freude wird durch die vorhergehende österliche Bußzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnende 40-tägige Fastenzeit, verstärkt. Die Herkunft des Wortes Ostern ist nicht eindeutig: vieles spricht für eine Ableitung vom altgermanischen „Austro“, das heißt „Morgenröte“, aber auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara könnte die Namensgeberin für das Osterfest gewesen sein.

Ursprünglich feierten die frühen christlichen Gemeinden an jedem Sonntag die Begegnung mit dem Auferstandenen. Erst im 2./3. Jahrhundert entwickelte sich eine alljährliche selbständige Feier: das erste Konzil von Nizäa im Jahre 325 legte fest, dass die Feier der Auferstehung Christi am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond begangen werden sollte. In der bis heute jährlich stattfindenden Osterfeier wird das Geheimnis der Auferstehung Christi liturgisch in besonderer Weise gegenwärtig. Wie das alttestamentliche Paschafest, das an die Befreiung der Israeliten aus der Versklavung in Ägypten erinnert und wesentlich für das jüdische Selbstverständnis ist, ist die Auferstehung des gekreuzigten Jesus, das sogenannte Osterereignis, das entscheidende Datum für das christliche Selbstverständnis.

Für die zeitliche Nähe von Ostern zum jüdischen Paschafest bieten die neutestamentlichen Schriften eindeutige Anhaltspunkte. Nach dem Bericht der Evangelisten ist Jesus am oder kurz vor dem jüdischen Paschafest gekreuzigt und nach seiner Bestattung von einigen seiner Jünger als Lebender gesehen und erkannt worden. Die Auferstehung Jesu ist jedoch nicht als wundergleiche Totenerweckung zurück in das irdische Leben zu verstehen. Der auferstandene Christus erscheint – so die Erzählungen der Evangelien – in einem verwandelten Leib und ist als solcher nicht unmittelbar zu erkennen. „Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken“, steht im Evangelium des Lukas (24,31). Das leere Grab der vier Evangelisten als Beweis für die Auferweckung Jesu zu nehmen, greift jedoch ebenso kurz wie der Verweis des Apostels Paulus im Brief an die Korinther auf die zahllosen Erscheinungen des Auferstandenen. Entscheidend ist die durch die eigene Wahrnehmung der Jünger und Jüngerinnen Jesu gewonnene Überzeugung, die in den Evangelien mit den Erzählungen um Jesu Tod und Auferstehung auch für andere glaub-würdig gemacht wird.

An Ostern vollendet sich der im Weihnachtsfest angekündigte Heilsplan Gottes. Jesus Christus, der zu uns kam als das „Licht der Welt“ (Johannes 8,12), wird an Ostern zum Licht der Hoffnung. Die Lichtsymbolik spielt an Ostern eine ähnlich große Rolle wie an Weihnachten. Die Osternachtfeier, die je nach dem am Abend vor Ostersonntag oder am frühen Ostermorgen stattfindet, beginnt in der Regel außerhalb der Kirche an einem Feuer, dem sogenannten Osterfeuer. Daran wird die Osterkerze, Symbol für den auferstandenen Christus, angezündet und mit den Worten „Lumen Christi“ (lateinisch für: Licht Christi) brennend in die noch dunkle Kirche getragen. Die Flamme der Osterkerze wird an die Gläubigen weitergereicht, so dass der Kirchenraum immer mehr vom Licht, dem Symbol der Auferstehung, erhellt wird. Untrennbar zu Ostern gehören aber auch die vorausgehenden Tage Gründonnerstag und Karfreitag, denn nur in der Einheit von Leiden, Tod und Auferstehung erschließt sich das Ostergeheimnis Jesu Christi. Die Verkündigung des auferstandenen Christus verbindet sich mit Leben und Wirken der Person Jesu. Für Christen bedeutet Ostern die Hoffnung auf eine Zukunft, die jenseits unserer Geschichte liegt und diese vollenden wird und die einen anderen Blick auf die Gegenwart und eine neue Perspektive für das eigene Leben ermöglicht.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich ein vielfältiges österliches Brauchtum entwickelt. Eine zentrale Rolle spielen bis heute Eier, die seit dem 7./ 8. Jahrhundert als flüssiges Fleisch galten und während der Fastenzeit verboten waren. Seit dem Mittalter war es Brauch, Eier an Ostern als Abgabe an Klöster oder Grundherren, Pfarrer oder Messdiener zu entrichten, aber auch an Lehrer, Krankenhauspatienten oder Arme zu verschenken. Bis heute ist das Osterfest ein Anlass zum Schenken und Eierschmuck in allen denkbaren Variationen darf bei der Osterdekoration nicht fehlen. Traditionen wie Osterfeuer werden ebenso gepflegt wie der Osterspaziergang am Ostermontag, der auf den Emmausgang zurückgeht. Großer Beliebtheit erfreut sich seit dem 17. Jahrhundert auch der Osterhase. Inzwischen verdeckt die Kommerzialisierung von Ostern die eigentliche Osterbotschaft.

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