Rolf Faymonville über die soziale Frage, Leid und Freude in Rio

Katholischer Olympiaseelsorger zieht gemischtes Fazit

Aktualisiert am 19.08.2016  –  Lesedauer: 
Diakon Rolf Faymonville fährt als Olympiaseelsorger nach Rio de Janeiro.
Bild: © KNA
Olympia

Rio de Janeiro ‐ Rolf Faymonville, deutscher Seelsorger bei den Olympischen Spielen in Rio, berichtet von seinen Eindrücken, den Reaktionen auf den Unfalltod des Kanu-Trainers Stefan Henze und den sportlichen Erfolgen.

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"Was die sozialen Fragen angeht, so konnte man hier - wie selten zuvor bei Olympia - die großen Kontraste zwischen Arm und Reich sehen", so der Seelsorger. An einem Morgen habe man zum Beispiel eine Favela besucht, abends einen Botschafterempfang. "Dieser eklatante Kontrast hat viele Athleten sehr berührt."

Der Unfalltod des Kanu-Trainers Stefan Henze sei ein "großer Schock" für die gesamte deutsche Olympia-Delegation gewesen, sagte Faymonville. Gemeinsam mit seinem evangelischen Seelsorge-Kollegen Thomas Weber habe er insbesondere mit Sportlern und Trainern über das Unglück gesprochen. "Es war eine große Betroffenheit spürbar."

Gefreut hat sich Faymonville über die sportlichen Erfolge der Athleten: "Mehrere Sportler haben sich mit ihren Leistungen selbst übertroffen. Dann diese Freude zu sehen, das ist schon toll, ebenso die Begeisterung des Publikums in Brasilien." Bewegend für ihn sei auch das Anliegen eines Olympia-Teilnehmers gewesen, der ihn einen Tag vor seinem Wettkampf um Gottes Segen gebeten habe. "Das war ihm als Rückendeckung sehr wichtig." (KNA)

Linktipp: "Den ganzen Menschen im Blick haben"

Beriets vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hat katholisch.de mit Olympiaseelsorger Rolf Faymonville gesprochen. Wie er zu seiner Aufgabe gekommen ist, was ihn mit Brasilien verbindet und was in seinem Gepäck nicht fehlen darf, hat er im Interview erzählt.