Comeback eines monumentalen Marienmosaiks
Seit 1968 war das riesige Marienmosaik eingelagert

Comeback eines monumentalen Marienmosaiks

Bistum Erfurt - Seit 1968 war das riesige Marienmosaik, das einst außen am Erfurter Dom angebracht war, eingelagert. Im Zuge einer Restaurierung soll das Werk bald wieder zu sehen sein - an einer anderen Stelle.

Erfurt - 26.09.2016

Comeback eines Erfurter Wahrzeichens: Das vor knapp 50 Jahren eingelagerte monumentale Marien-Mosaik soll wieder im Dom gezeigt werden. Das kündigte der Dompropst, Weihbischof Reinhard Hauke, am Montag in Erfurt an. "Da die dringend notwendige Restaurierung des von Schimmel befallenen Glas-Keramik-Mosaiks sehr kostspielig ist, wäre es zu schade, das Ganze danach wieder in Kisten zu verpacken."

Als Kosten veranschlagt das Domkapitel rund 150.000 Euro, die über Spenden zusammengetragen werden sollen. Als neuer Aufstellungsort ist das Innere des Langhausdachstuhls im Dom vorgesehen. Hauke geht davon aus, dass das Mosaik in zwei Jahren wieder hänge.

Mosaik soll künftig in der Domkirche zu sehen sein

Bis 1968 war das 44 Quadratmeter große Mosaik der Madonna mit Jesuskind am Westgiebel des Erfurter Doms angebracht. Unlängst hatte die Restauratorin Janka Acht bei einer wissenschaftlichen Untersuchung festgestellt, dass die eingelagerten Fragmente massiv von Feuchtigkeit und Schimmelpilzen angegriffen sind. Das Domkapitel folgt nun ihrer Empfehlung, den Erhalt des Kunstwerks aus dem Jahr 1870 nicht nur zu sichern, sondern es auch wieder museal zu präsentieren.

Linktipp: Rettung von Marienmosaik?

Das Marienmosaik des Erfurter Domes bleibt beliebt - auch wenn es seit fast 50 Jahren nicht mehr zu sehen war. Nun wurden Pläne vorgestellt, wie das von Schimmelzerfall bedrohte Mosaik gerettet werden könnte. (Artikel vom August 2016)

Dombaumeister Andreas Gold betonte, dass noch unklar sei, wie genau restauratorisch vorgegangen werde. Geplant sei die Beseitigung des Schimmels und ein Sicherung des derzeitigen Zustands mit geringen optischen Ausbesserungen an einigen Stellen. Gold führte aus, dass die Westseite des Domdachstuhls die Möglichkeit biete, das Mosaik aufzustellen und im Abstand von zwölf Metern zu betrachten, was der ursprünglichen Fernwirkung entspreche. Mithilfe von Beleuchtung ließe sich zudem der frühere Eindruck der Sonnenbestrahlung simulieren.

Der Dom erhielt das Mosaik, als das Dach im Zuge einer Sanierung einen neugotischen Giebel erhielt. Nach einem Entwurf von August Theodor Kaselowsky wurde das Monumentalwerk in der venezianischen Werkstatt Antonio Salviati gefertigt. Bei einer erneuten Sanierung 1968 wurde der Giebel jedoch mit einem Walmdach ersetzt, da durch die alte Dachkonstruktion Regenwasser eindrang. In Ermangelung eines anderen Platzes wurde das Mosaik daraufhin eingelagert. (KNA)