Freiburger Erzbischof predigt bei Altarweihe in Karlsruhe

Burger: Gebet ist keine Abkehr von der Welt

Aktualisiert am 07.11.2016  –  Lesedauer: 
Burger: Gebet ist keine Abkehr von der Welt
Bild: © KNA
Glaube

Karlsruhe/Freiburg ‐ Lenken Gebete und Gottesdienste von den zentralen Fragen der Gesellschaft ab? Auf die Frage hat der Freiburgs Erzbischof Stephan Burger jetzt eine klare Antwort gegeben.

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Gottesdienste und Gebete sollen nach den Worten des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger nicht von den zentralen Fragen der Gesellschaft wegführen oder ablenken. "Gottesdienst und Gebet sind keine stimmungsvolle Abkehr von der Welt und auch keine geistliche Flucht vor den Herausforderungen des privaten wie öffentlichen Lebens, weil wir mit deren Komplexität nicht mehr zurecht kämen", sagte Burger am Sonntag bei einer Altarweihe in der Sankt-Martin-Kirche in Karlsruhe.

"Im Gegenteil: Gerade weil wir in einer Welt leben, in der vieles unübersichtlich wird, brauchen wir einen tragenden Grund, eine verlässliche Basis, auf der wir stehen können", so Burger. Es gehe um "eine Kraftquelle, die uns nährt und stärkt unabhängig von Meinungsumfragen, Aktienkursen oder Wetteraussichten". Diese "unerschöpfliche Kraftquelle" sei Gott.

Burger: Mit dem Glauben ernstmachen

Um zu leben, brauchen Menschen nach Burgers Worten nicht nur Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf: "Ohne Zuspruch und Worte der Wertschätzung verkümmert unser Leben." Eine Kirche, die meine, "ohne eine Übersetzung des Glaubens in die heutige Zeit und in die Lebensgeschichte der Menschen auskommen zu können", bleibe hohl und gehe deshalb "am Auftrag Jesu vorbei, den Menschen das Evangelium, die frohe Botschaft zu verkünden".

Der heilige Martin erinnere immer wieder daran, "mit offenen Augen und sensiblem Herzen durch den Alltag zu gehen, um aufmerksam zu sein, wo wir gefordert sind, Anteil zu nehmen und Anteil zu geben". Der Umgang mit unseren Mitmenschen, "in besonderer Weise mit den Ärmsten, den Einsamen und Bedrängten, ist Ausdruck, ob wir mit unserem Glauben ernstmachen oder uns mit Worten zufriedengeben, denen keine Taten folgen", betonte Burger. (KNA)