Mittelkürzung um fast 50 Prozent beschlossen - Weiter Proteste gegen Kürzungspläne

Sparmaßnahmen bei Auslandsseelsorge noch offen

Aktualisiert am 25.01.2017  –  Lesedauer: 
Finanzen

Bonn ‐ Die Deutsche Bischofskonferenz hat Berichte über die Schließung von bestimmten Standorten der katholischen Auslandsseelsorge als Spekulation bezeichnet, Kürzungspläne aber grundsätzlich bestätigt.

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Die Deutsche Bischofskonferenz hat Berichte über die Schließung von bestimmten Standorten der katholischen Auslandsseelsorge als Spekulation bezeichnet, Kürzungspläne aber grundsätzlich bestätigt. Pressesprecher Matthias Kopp sagte am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn, dass der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) bereits 2016 eine Kürzung der Mittel für die Auslandsseelsorge um fast 50 Prozent beschlossen habe - von 4,9 auf 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

"Der tatsächliche Umfang der in den kommenden Jahren für die Gemeinden im Ausland zur Verfügung stehenden Finanzmittel kann allerdings noch nicht präzise bestimmt werden", ergänzte Kopp. Eine Reihe von Bistümern habe die Bereitschaft erklärt, für die von ihnen freigestellten Seelsorger Personalkosten zu übernehmen; weitere Diözesen prüften dies. Der Verwaltungsrat des Katholischen Auslandssekretariats werde in den kommenden Sitzungen beraten, welche Veränderungen erforderlich seien.

Linktipp: Deutsche Bischofskonferenz weiter auf Sparkurs

Trotz hoher Kirchensteuereinnahmen muss die Deutsche Bischofskonferenz sparen und kürzt Zuschüsse bei Werken und Verbänden. Doch bei diesen Reduzierungen hat ZdK-Präsident Sternberg eine Befürchtung.

Gegen die Kürzungspläne gibt es zahlreiche Proteste. Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" hatte sich etwa der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), dafür stark gemacht, die Sparpläne nicht umzusetzen. Sie seien das Gegenteil dessen, was für die Kirche derzeit notwendig wäre: durch Dialog und Ausgleich auf gesellschaftliche Konflikte im Ausland einzuwirken und damit auch eigene Relevanz zu beweisen. Laut Zeitung hatte eine Tischvorlage für den am Dienstag zu Ende gegangenen Ständigen Rat der Bischöfe in Würzburg unter den wegfallenden Standorten ausdrücklich Stellen aufgelistet, "die pastoral nicht prioritär" seien, jedoch bislang aus politischen oder kirchenpolitischen Gründen aufrechterhalten würden. Genannt seien Istanbul, Kairo, Jerusalem, Rom und Auschwitz.

Wie die Zeitung weiter berichtete, gibt es auch im Außenministerium "erheblichen Widerstand" gegen die Sparvorhaben. Außenstaatssekretär Stephan Steinlein habe "das Interesse der Bundesrepublik Deutschland an den Auslandsgemeinden zum Ausdruck gebracht". Auch mehrere deutsche Botschaften (Ankara, Bangkok, Peking) hätten interveniert; es gebe zudem eine "große Unruhe in den Gemeinden selbst". Weltweit gibt es an etwa 120 Orten deutschsprachige katholische Gemeinden oder Ansprechpartner für deutschsprachige Seelsorge. An etwa 60 Orten gibt es hauptamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen. (KNA)