Overbeck gegen Sündenbock-Mentalität
Kirche darf Notleidende nicht aus dem Blick verlieren

Overbeck gegen Sündenbock-Mentalität

Gesellschaft - Flüchtlinge und Ausländer werden schnell zu Sündenböcken gemacht. Bischof Overbeck mahnte an, sie nicht für schlechte Situationen verantwortlich zu machen. Doch manchmal sei Kritik auch berechtigt.

Essen - 31.01.2017

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich gegen eine Sündenbock-Mentalität ausgesprochen. "Überall begegnen wir Menschen, die sich benachteiligt fühlen und nach Schuldigen für ihre Situation suchen", erklärte der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag in Essen. "Da sind 'die Flüchtlinge' oder 'die Ausländer' manchmal schnell als Sündenböcke ausgemacht." Dabei müsse bei aller "vielleicht auch berechtigter Kritik" klar sein, dass Menschen nach Deutschland kämen, die große Probleme haben.

Christen sollen für Menschlichkeit eintreten

"Gerade unser Engagement für geflüchtete Menschen hat nicht nur Befürworter, sondern auch immer mehr Gegner", so Overbeck weiter. Umso wichtiger sei es ihm, dass Christen entschieden für Menschlichkeit, Toleranz und Verantwortung für den Nächsten eintreten. "Ganz besonders in diesem Wahljahr", betonte der Bischof.

Das Motto der Caritas-Jahreskampagne 2017 "Zusammen sind wir Heimat" beschreibe die Aufgabe, die in den kommenden Jahren zu bewältigen sei, so der Ruhrbischof. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen, die seit Monaten entscheidend dazu beitrügen, dass sich immer mehr Menschen hier zu Hause fühlten. Overbeck versprach, die Kirche werde "auch weiterhin diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die unsere Hilfe, Begleitung und Fürsprache brauchen: die Armen und Benachteiligten, die Kranken, Einsamen und Süchtigen, die Verzweifelten und Überforderten". (rom/KNA)

Linktipp: Bischof verurteilt Hass im Netz

Per Video äußert sich Bischof Franz-Josef Overbeck auf der neuen Website des Bistums Essen zu Toleranz im Internet. "Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das wissen wir Christen besonders zu schätzen", so der Bischof. Dafür trete die Kirche ein.