Donald Trump hat die Augen geschlossen und betet.
US-Präsident von "biblischer Ideologie geprägt"

Theologe: Trump tritt auf wie ein Prophet

USA - Der Theologe Ulrich Berges ist Professor für Altes Testament. Er erkennt im Denken von Donald Trump zahlreiche Anklänge an den ersten Teil der Bibel. Das Neue Testament komme bei Trump jedoch zu kurz.

Köln - 03.02.2017

Der Bonner Theologe Ulrich Berges sieht beim US-Präsidenten Donald Trump klare Bezüge zum Alten Testament: Trump trete auf wie der Prophet, der sein Volk aus der Bedrängnis in das neue Land führt, sagte Berges am Freitag im Deutschlandfunk. Der US-Präsident spiele auf ein prophetisches Ethos an, nach dem die Macht von den Eliten auf das Volk übertragen werden solle.

"Interessanterweise sind neutestamentliche Bezüge zu Jesus Christus, zur Nächstenliebe, zur Gerechtigkeit und zur Bewahrung der Schöpfung überhaupt nicht auszumachen", sagte Berges. Ein stärkerer jesuanischer Bezug bedeute auch mehr ethische Ideen. "Wenn ich dem Nächsten der Nächste bin, dann habe ich eine ethische Verpflichtung. Und das kann er nicht sagen, dann kann er keine Mauer bauen", sagte Berges.

Der US-Präsident sehe Gott offenbar als einen allmächtigen Schöpfer, der die Nation und besonders Amerika schütze, so der Theologe weiter. "Ich denke, dass Trump durch und durch von einer biblischen Ideologie geprägt ist". (KNA)