Ukrainischer Kardinal Husar gestorben
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Von 2001 bis 2011 Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche

Ukrainischer Kardinal Husar gestorben

Seine Stimme war eine der wichtigsten in der Ukraine: Kardinal Lubomyr Husar. Von 2001 bis 2011 war er Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche im Land. Nun ist er im Alter von 84 Jahren gestorben.

Kiew - 01.06.2017

Das frühere Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine, Kardinal Lubomyr Husar, ist tot. Er starb am Mittwochabend nach einer schweren Krankheit im Alter von 84 Jahren, wie die Online-Ausgabe der ukrainischen Zeitung "Kyiv Post" unter Berufung auf die Pressestelle der griechisch-katholischen Kirche berichtete.

Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist die größte katholische Ostkirche. Zu ihr bekennen sich nach offiziellen kirchlichen Angaben rund sieben Millionen Menschen. Davon leben etwa 1,5 Millionen im Ausland, wo mehr als die Hälfte der Diözesen und Exarchate liegen. In der mehrheitlich orthodoxen Ukraine ist etwa jeder zehnte Einwohner griechisch-katholisch.

Kardinal Husar, von 2001 bis 2011 Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, hatte den Hauptsitz der Kirche 2005 mit Zustimmung des Papstes von ihrer westukrainischen Hochburg Lviv in die Hauptstadt Kiew verlegt. Zudem errichtete er Exarchate in der Ostukraine. Das hatte zu schweren Spannungen mit dem Moskauer Patriarchat geführt.

Husar als "höchste moralische Autorität des Landes"

Husars Stimme zählte etwas in der Ukraine. Der Kanzler der deutschen Exarchie der ukrainischen Katholiken des byzantinischen Ritus, Pfarrer Ivan Machuzhak, nannte den Kardinal im Jahr 2013 "die höchste moralische Autorität des Landes - ohne Übertreibung".

Mit dem Tod von Husar gehören dem Kardinalskollegium noch 221 Kardinäle an. Von ihnen sind 116 jünger als 80 und könnten somit an einer Papstwahl teilnehmen.

Die griechisch-katholische Kirche ist eine eigenständige Kirche, die den Papst als Oberhaupt anerkennt. Die ukrainisch-katholische Synode wählt daher ihre Bischöfe selbst, der Papst muss der Entscheidung jedoch formal zustimmen. Die Gottesdienste zelebrieren die ukrainischen Unierten im sogenannten byzantinischen, also ostkirchlichen Ritus. (KNA)