Per App zum glücklicheren Menschen werden
Erzbistum Köln will Smartphone-Nutzer zu guten Taten animieren

Per App zum glücklicheren Menschen werden

Erzbistum Köln - Fitness-Apps kennt jeder. Sie sollen den Smartphone-Nutzer von der Couch holen und zu Höchstleistungen antreiben. Das Erzbistum Köln plant nun etwas ganz ähnliches - allerdings ohne Sport.

- 01.09.2017

Jeden Tag eine gute Tat tun: Das Erzbistum Köln will sich dieses alte Pfadfinderversprechen zu Eigen machen und mit einer neuen App zur gelebten Nächstenliebe im Alltag motivieren. Der App-Nutzer sammle mit seinen guten Taten zudem Punkte, die zu barem Geld für Sozial- und Umweltprojekte würden, teilte das Erzbistum am Freitag mit. Die App "Make Happy" ist ab dem 1. September kostenlos in allen gängigen App-Stores erhältlich.

Die Anwendung solle dazu anspornen, "sich selbst und andere Menschen glücklich zu machen", heißt es zur Erläuterung. Dazu schlage sie dem Nutzer jeden Tag eine Aufgabe vor; etwa die Gemeinschaftsküche im Büro aufzuräumen oder einem Obdachlosen einen Kaffee zu spendieren. Je nach Schwierigkeitsgrad sammle der Nutzer unterschiedlich viele Punkte für seine Taten. Aktuell sei etwa das Blutspenden eine der schwierigsten Aufgaben, die die App bereithalte. "Weil sie mit einem höheren Aufwand und eventuell auch einem kleinen Schmerz verbunden ist", sagte eine Sprecherin der Erzdiözese.

Gesammelte Punkte kommen Hilfsprojekten zugute

Die gesammelten Punkte kämen dann einem vorher gewählten Hilfsprojekt zugute, so das Erzbistum. Zum Start der App stehen drei Pilotprojekte zur Auswahl: Schwimmkurse für Kinder aus benachteiligten Familien, ein Gartenprojekt für psychisch kranke Erwachsene oder ein Bildungsprojekt für Jugendliche zum Thema Flucht und Migration. Hätten die "Spieler" genügend Punkte für das jeweilige Projekt gesammelt, spende die Erzdiözese einen vorher festgelegten Geldbetrag, der zwischen 1.000 und 2.500 Euro liege. Insgesamt stellt das Erzbistum nach eigenen Angaben im ersten Jahr ein Spendenvolumen rund 50.000 Euro zur Verfügung. Bewerben können sich in Zukunft alle Projekte, die soziales, bürgerschaftliches oder Umwelt-Engagement fördern.

"Dass Smartphone-Nutzer entscheiden, wohin Spendengelder des Erzbistums Köln – und damit ein Teil der Kirchensteuermittel – fließen, ist etwas Neues", heißt es in der Pressemitteilung. Unabhängig davon könnten Spieler die App aber auch als persönlichen "Gute-Taten-Trainer" verwenden. Ähnlich wie Fitness-Apps solle "Make Happy" dazu anregen, gute Taten im Alltag zu vollbringen und sich mit anderen in Mitmenschlichkeit zu messen. Deshalb könne man über die App auch Freunden entsprechende Aufgaben senden und diesen so helfen, ihr Pensum an guten Taten zu erhöhen. Die App richte sich dabei nicht nur an Katholiken. Die Idee zur App ist laut Erzbistum vor dem Hintergrund der diözesanen Ehrenamtskampagne "Zusammen gut" entstanden, die ebenfalls dazu aufruft, sich für andere – etwa Kinder oder Benachteiligte – einzusetzen. (bod)