Erzbischof von Canterbury über anstehende Royal-Hochzeit

Meghan und Harry: Es ist keine "Pflichthochzeit"

Aktualisiert am 15.12.2017  –  Lesedauer: 
Buntes

Bonn ‐ Royal-Fans dürfen sich auf eine pompöse Hochzeit freuen, wenn Prinz Harry und Meghan Markle im Mai heiraten. Doch wie wichtig ist dem königlichen Paar der Segen der Kirche wirklich?

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Am 19. Mai 2018 wollen Meghan Markle und Prinz Harry ihre kirchliche Hochzeit feiern - und das ist für sie nicht bloß eine Pflichtübung. Davon ist jedenfalls Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und Oberhaupt der Kirche von England, überzeugt. Mit dem britischen Radiosender BBC 4 sprach er am Donnerstag über die anstehende Royal-Hochzeit und zeigte sich überzeugt: "Das ist für die beiden nicht bloß ein Punkt auf einer Liste."

Erzbischof: Meghan und Harry sind Vorbilder

Die Heirat in der anglikanischen Kirche läge den beiden sogar sehr am Herzen, sagte Welby: "Sie haben großes Gespür für die Ernsthaftigkeit ihrer Verpflichtung, sowohl gegenüber dem Glauben, als auch gegenüber ihrem gemeinsamen Leben. Das ist sehr inspirierend." Das sei gerade im Falle von Meghan und Harry bedeutsam, da sehr viele Menschen ihre Hochzeit verfolgen werden. "Und sie werden ein Vorbild sehen, wie sich zwei Menschen ihr Leben versprechen, vor Gott und Millionen von Menschen. Und das wird wundervoll."

Nach Angaben des Palastes wollen Prince Henry of Wales, wie er offiziell heißt, und die ehemalige US-Schauspielerin Meghan Markle in der Sankt-Georgs-Kapelle des Schlosses Windsor bei London vor den Traualtar treten. Zuvor soll die Braut die Staatsbürgerschaft des Vereinigten Königreichs erhalten. Außerdem soll Markle vor ihrer Einheirat in die Königsfamilie getauft und konfirmiert werden; sie wurde zwar christlich erzogen, gehört bislang aber keiner Kirche an.

Linktipp: Prinz Harry verlobt – Erzbischof gratuliert

Endlich wieder eine Hochzeit bei den Royals. Das britische Königshaus hat die Verlobung von Prinz Harry veröffentlicht. Die ersten Gratulanten: der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby und Kardinal Vincent Nichols. (Artikel von November 2017)

Prinz Harry steht derzeit an fünfter Stelle der Thronfolge hinter seinem Vater Charles, seinem älteren Bruder William und dessen beiden Kindern. Nach der für April erwarteten Geburt des dritten Kindes seines Bruders wird Harry an sechste Stelle rutschen. Sollte Harry einst selbst König werden, würde er damit auch weltliches Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England. Dieser Konfession müssen daher alle Thronfolger selbst angehören, was in der Regel auch für ihre Ehegatten gilt. Eine Pflicht dafür gibt es jedoch nicht. Auch muss der Thronfolger nicht kirchlich verheiratet sein. Harrys Vater, Prinz Charles, hat seine zweite Frau, Camilla Parker-Bowles, im Jahr 2005 nur standesamtlich geheiratet.

Welcher Geistliche die Trauung von Harry und Meghan leiten soll, steht unterdessen noch nicht fest. "Ich denke, das ist ihre Entscheidung", sagte Welby dazu im Interview. Traditionell fällt es ihm als Erzbischof von Canterbury zu, britische Regenten und Thronfolger zu vermählen. Im April 2011 traute er bereits Harrys Bruder, Prinz William, und dessen Frau Catherine, genannt Kate.

Wenn der Bischof die Ringe verliert …

Scherzhaft gab Welbys Gesprächspartner vom Radio jedoch zu bedenken, dass der Erzbischof sich bereits als Traugeistlicher disqualifiziert haben könnte, weil er einmal bei einer Hochzeit einen Ring verlor. "Das würde zumindest gute Fernsehunterhaltung bieten, oder nicht?", konterte Welby. Und er ergänzte: "Ich habe tatsächlich schon zweimal den Trauring verloren. Aber das eine Mal war nicht ganz so öffentlich und ich wurde damals auch nicht von meiner Pressesprecherin hängen gelassen." Damit spielte Welby auf die Trauung seiner Kommunikationsdirektorin Ailsa Anderson-Cole im September dieses Jahres an. Dabei sorgte er für einen Moment der Aufregung, als er einen der beiden Trauringe fallen ließ und dieser auf dem Kirchenboden gesucht werden musste. Laut dem Erzbischof habe der Vorfall dem Gottesdienst aber keinen Abbruch getan: "Jede Hochzeit ist zutiefst schön – selbst wenn man den Ring fallen lässt. Es war trotzdem eine bewegende Zeremonie."

Von Kilian Martin