Ein satirischer Wochenrückblick von Thomas Jansen

Für Franziskus reicht im Petersdom auch ein Keyboard

Für Franziskus reicht im Petersdom auch ein Keyboard
Bild: katholisch.de/pathdoc/Fotolia.com

Ehrlich gesagt: So ganz verstanden haben wir nicht, warum sich die Tastenlöwen auf den Orgelbänken in Deutschland und Italien so über das neue Keyboard im Petersdom aufregen. Denn eigentlich ist es doch logisch: Ein Papst, der seine Katholiken nicht mehr wie die Orgelpfeifen parat stehen lässt, der braucht im Petersdom auch keine Pfeifenorgel mehr.

Dass allerdings selbst der "L'Osservatore Romano" auf einen Nachruf pfiff, der für jede verstorbene Großtante seiner Druckerei-Angestellten Todesanzeigen schaltet, das kann man so wirklich nicht stehen lassen! Wir möchten dieses Versäumnis der päpstlichen Hauspostille an dieser Stelle nachholen und bitten um Entschuldigung für eine kurze Unterbrechung:

Du hast uns stets wieder aufgeweckt, wenn uns die Chorknaben der Sixtinischen Kapelle mit ihrem Palestrina-Sing-Sang schon eingeschläfert hatten. Mit bewundernswerter Geduld hast Du ertragen, dass man im Archiv der Katholischen Nachrichten-Agentur mehr Texte über holländische Tulpen auf dem Petersplatz als über die Orgel im Petersdom findet. Und am Ende musstest Du auch noch einem besseren Keyboard weichen, das sich "digitale Orgel" nennt. Pfeifenorgel, wir werden Dich vermissen!

Die Skrupellosigkeit, mit der die Königin der Instrumente vom Vatikan ins kirchenmusikalische Nirwana befördert wurde, lässt nicht nur Orgelliebhabern auch ganz ohne Wunder das Blut in den Adern flüssig werden! Womit wir allerdings keineswegs behaupten wollen, dass die außerfahrplanmäßige Verwässerung des heiligen roten Safts von Januarius in Neapel in irgendeiner Verbindung mit römischen Orgelpfeifen steht. Dafür gibt es eine viel einfachere Erklärung. Denn bleiben wird doch mal auf dem Gebetsteppich: Wann, wenn nicht im Januar, sollte sich denn bitte dieses Wunder ereignen, wenn der Heilige schon Januarius heißt?

Dass Kardinal Joseph Ratzinger Münchens Oberbürgermeister Ude einst einen Valentin-Sketch vorspielte, würde allerdings nicht mal von Hans Küng als Wunder anerkannt. Es bestätigt nur unsere alte These: Ratzingers Kosename "Panzer-Kardinal" wurde von miesepetrigen Zivildienstleistenden ersonnen, die noch nie durch das Zielfernrohr eines "Leopard II" geblickt haben. Und schließlich lautete sein Credo als Präfekt der Glaubenskongregation ja immer schon: Humor ist die einzig wahre Befreiungstheologie. Man fragt sich nur: Warum hat er sein komödiantisches Talent all die Jahre vor uns verheimlicht? Hier liefert Valentin die Antwort: "Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut!"

Apropos Valentin: Könnte es sein, dass Benedikt XVI. vor kurzem auch vor Bischof Stefan Oster ein Stück des bayerischen Komikers zum Besten gegeben hat? Es heißt "Der Firmling" und handelt von einem Vater, der mit seinem Sohn in einer Wirtschaft Unmengen Alkohol konsumiert und dann ziemlich viel blödes Zeug labert. Das könnte auch erklären, wie Oster auf die Idee kam, das Alter für Firmlinge von 12 auf 16 Jahre anzuheben und die Firmungen vier Jahr lang auszusetzen: Seine Katecheten könnten dann endlich mal in der Kneipe mit ihren Firmlingen Einen heben. Bis dahin kann sich Franziskus überlegen, ob er dem Bürgermeister von Buenos Aires und Bischof Oster im Petersdom "Sweet little Sixteen" vorspielen will - auf dem Keyboard versteht sich.

Thomas Jansen

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"War's das?!" fragt katholisch.de in seinem satirischen Wochenrückblick. Im Wechsel lassen verschiedene Autoren freitags die zu Ende gehende Woche Revue passieren. Mit einem Augenzwinkern blicken sie auf Kurioses und Bemerkenswertes in der katholischen Welt zurück.

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